Menümobile menu

Synode kompakt

Informationen für Mitarbeitende

Bildquelle: Peter BongardSynodenplenum

Kurzbericht von der 1. Tagung der 13. Kirchensynode der EKHN in Frankfurt am Main

Auf der Tagung vom 19. bis 21. Mai 2022 hat sich die 13. Kirchensynode der EKHN konstituiert. Bis zur Wahl der neuen Präses Dr. Birgit Pfeiffer leitete Wolfgang Prawitz als lebensältester ordinierter Synodaler die Sitzung. Neben zahlreichen Wahlen hat die Kirchensynode bereits Beschlüsse zu gesellschaftlichen Themen gefasst:

1. „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“

Mit Worten aus der 1. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 1948 in Amsterdam, von dem die EKHN ein Gründungsmitglied ist, hat die Synode einstimmig den Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine verurteilt. Die entsprechende Resolution warnt vor einer militärischen Eskalation und betet für ein schnelles Ende des Krieges. Zugleich betont sie uneingeschränkt das Selbstverteidigungsrecht der Ukraine. Besonders warnt die Synode der EKHN jedoch davor, über den militärischen Optionen die Fragen des Klimawandels und der sozialen Ungerechtigkeit auszublenden.

Drs. 031/22 R

2. Namen und Ämter – Wahlen der konstituierenden Tagung

Die Wahlen begannen mit der Einsetzung des Benennungsausschusses, der der Synode Vorschläge zur Wahl des Kirchensynodalvorstands unterbreitete: Erstmals steht eine Frau an der Spitze der Kirchensynode: Nach der Verabschiedung einer Geschäftsordnung wählten die 120 Synodalen in zwei Wahlgängen die Mainzer Medizinerin Dr. Birgit Pfeiffer (61) in das höchste Ehrenamt der EKHN. Als weitere Mitglieder des Kirchensynodalvorstands wurden gewählt: Wolfgang Prawitz, Pfarrer für Ökumene im Evangelischen Dekanat Groß-Gerau – Rüsselsheim, Jan Löwer, Richter, Lotte Jung, Pfarrerin für Gefängnisseelsorge in Frankfurt am Main und Josua Keidel, Notfallsanitäter.

Es folgte die Wahl der weiteren sechs durch Rechtstexte vorgesehenen Ausschüsse (Theologischer, Rechts-, Finanz-, Bau-, Rechnungsprüfungs- und Verwaltungsausschuss). Als weitere Ausschüsse besetzte die Kirchensynode drei Ausschüsse mit den Arbeitsnamen „Bildung-Generationen-Jugend“, „Kommunikation“ sowie „Gesellschaftliche Verantwortung“. Im Vergleich zur größeren 12. Kirchensynode ist das die Reduktion um einen Ausschuss. In die Mitgliederversammlung der Diakonie Hessen wählte die Kirchensynode Markus Eichler, Dieter Eller und Conny von Schumann.

3. Reform ekhn2030: Licht, Luft und Teamarbeit

Als Leitmotiv für den gesamten Reformprozess ekhn2030, der auch die 13. Kirchensynode umfassend beschäftigen wird, stellte Kirchenpräsident Dr. Volker Jung in Bild und Wort das Motto „Licht und Luft zum Glauben“ vor. Reformprozess ekhn2030

Als drittes ekhn2030-Reformgesetz (nach Verabschiedung von Nachbarschaftsräumen im neuen Regionalgesetz sowie des Gesetzes zum qualitativen Gebäudekonzentrationsprozess am 12.3.2022) hat die Kirchensynode den von der Kirchenleitung eingebrachten Entwurf eines Verkündigungsdienstgesetzes diskutiert. Kernpunkt des Entwurfs ist die zukünftige gemeinsame Bemessung von Pfarr-, Gemeindepädagogik- und Kirchenmusik-Stellen. Nicht nur weil es in allen drei Berufen an Nachwuchs mangelt, sondern auch um Kirche in der Region stärker zu profilieren, sollen Pfarrer*innen, Gemeindepädagog*innen und Kirchenmusiker*innen in den Nachbarschaftsräumen der Gemeinden enger zusammenarbeiten. Insgesamt 25 Anträge, u.a. zu Größe und Zusammenarbeit der Teams sowie zur Attraktivität der drei Berufsfelder, wurden zur Vorbereitung der 2. Lesung im November an alle Ausschüsse unter Federführung des Rechtsausschusses überwiesen.

Drs. 020/22 G

4. 75 Jahre EKHN – Erzähl mir mehr

In einer Feierstunde zum 75jährigen Jubiläum der EKHN erläuterte die Leiterin des Zentralarchivs, Dr. Ute Dieckhoff, die Schwierigkeiten eines Neubeginns nach dem Krieg: Mitten in den Trümmern gründeten Synodale 1947 nach der Zwangsfusion im Nationalsozialismus erstmals eine demokratisch strukturierte Kirche auf dem Gebiet der EKHN. Das nicht alles in dieser Geschichte gefeiert werden kann, machte sie sogleich deutlich: Unter den 120 Mitgliedern der ersten Kirchensynode befand sich gerade mal eine Frau. Auch Kirchenpräsident Dr. Volker Jung hatte bereits den Finger in die Wunde gelegt, z.B. bei der sehr zögerlich eingeführten Frauenordination. Darüber hinaus müsse die evangelische Kirche sich die Frage stellen, wo auch in ihr heute noch rassistische Einstellungen wirksam sind. 

„Kirche in der Demokratie ohne Demokratie in der Kirche, das geht gar nicht“, beschrieb der Präses der 11. und 12. Kirchensynode, Dr. Ulrich Oelschläger, das synodale Herz der EKHN. In einem launigen Gesangsvortrag weckte Landeskirchenmusikdirektorin Christa Kirschbaum die Erinnerung an viele Nuancen eines dreiviertel Jahrhunderts musikalischer Kirchengeschichte. Kirchengemeinden, Dekanate und Gruppen der EKHN sind eingeladen bis zum Fest am 1. Oktober 2022 am Gründungsort Friedberg eigene Erinnerungen und Erzählungen aus der EKHN zu sammeln und vorzustellen. Eine auf der Synode gezeigte Ausstellung zum Jubiläum ist über die Öffentlichkeitsarbeit auszuleihen.

ekhn.de/75jahre

Darmstadt, 20. Juni 2022                Martin Franke-Coulbeaut


Allgemeine Informationen

Info

Von Dezember 2019 bis März 2022 erschien „Synode kompakt als Sonderausgabe der EKHN-Mitteilungen in Form eines Newsletters. 
Seit Juni finden Sie „Synode kompakt als „Kurzbericht auf dieser Page und als PDF zum Download.

Kurzbericht zum Download als PDF

Archiv

Die alten Ausgaben von „Synode kompakt finden Sie im Archiv der EKHN-Mitteilungen

Archiv 2022

Archiv 2021

Archiv 2020

Archiv 2019

to top