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Corona

Corona: Kirchenpräsident schreibt Gemeinden und Einrichtungen

EKHN/NeetzPortrait vor abstraktem BildKirchenpräsident Dr. Dr. h.c. Volker Jung

Kirchenpräsident Dr. Volker Jung hat sich in einem Schreiben an alle Gemeinden und Einrichtungen in der EKHN gewandt und dankt allen, die in Verkündigung, Seelsorge, Unterricht und Gemeindeleitung präsent sind und in schwieriger Zeit auch neue Wege suchen und gehen.

Das Schreiben des Kirchenpräsidenten im Wortlaut:

 

Sehr geehrten Damen und Herren, liebe Geschwister,

was wir zurzeit erleben, haben wir bisher noch nicht erlebt. Für alle hat sich das Leben ziemlich schnell verändert und ist mit der großen Unsicherheit durchzogen, was die nächste Zeit bringen wird. Es geht um die Gesundheit, für manche um Leben und Tod. Für viele geht es auch um die wirtschaftliche Existenz. Besonders schwer ist es jetzt für Menschen, die allein leben und fürchten, vielleicht bald ganz isoliert zu sein.

Wir müssen plötzlich Abstand voneinander halten, weil nur so eine Chance besteht, die Aus­breitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Das bringt viele Einschränkungen mit sich – auch im Leben unserer Gemeinden. Wir können zurzeit keine Gottesdienste in unseren Kirchen feiern. Konfirmationen, Taufen, Trauungen müssen verschoben werden. Beerdigun­gen sind vielerorts nur noch in einem ganz kleinen Kreis möglich. Das ist alles sehr schmerz­lich. Zugleich spüren wir auch, dass wir gerade jetzt gefragt sind, uns gegenseitig zu stützen und zu unterstützen – körperlich auf Abstand, aber geistig und geistlich miteinander ver­bunden.

Als Christinnen und Christen haben wir die Verantwortung, alles uns Mögliche zu tun, um gegen die Ausbreitung des Virus zu kämpfen. Und wir können dabei helfen, dass wir und andere aufmerksam füreinander bleiben – besonders für diejenigen, die zu den Hoch­gefährdeten zählen.

Ich bin sehr beeindruckt, wieviel hier in den letzten Tagen gerade auch in unseren Gemeinden geschehen ist. Hilfe füreinander wird organisiert. Kontakte werden gepflegt. Es wird viel telefoniert, es werden viele Nachrichten geschrieben – auf Papier oder digital. Und es wird miteinander und füreinander gebetet – beim Glockenläuten, beim Balkongesang oder auch in Gottesdiensten, die in Radio und Fernsehen oder im Netz übertragen und zuhause mitgefeiert werden. Ich danke allen sehr, die mit ihren Ideen, ihrer Kreativität, ihrem Einsatz so vieles möglich machen. Ich danke allen, die in Verkündigung, Seelsorge, Unterricht und Gemeindeleitung präsent sind und in schwieriger Zeit auch neue Wege suchen und gehen. Vielen Dank!!!

Die Situation ist so neu und so anders, dass wir manchmal nicht genau wissen, wie wir den Herausforderungen gerecht werden können. Ich habe das in den letzten Tagen auch in der Kirchenleitung und der Kirchenverwaltung mit den Zentren erlebt. Wir haben einen Krisenstab gebildet, der täglich miteinander in Verbindung steht. Viele Mitarbeitende in der Verwaltung oder in Einrichtungen wie dem Medienhaus arbeiten von zu Hause aus. Auch hier danke ich allen, die unter manchmal sehr schwierigen Bedingungen alles Mögliche tun, um Anfragen zu beantworten, Informationen bereitzustellen und  Hilfe zu leisten. Ich bitte sehr um Verständnis, wenn nicht alles gleich erledigt wird oder vielleicht mal Fehler gemacht werden. Überall arbeiten Menschen, die auch unter Anspannung stehen. Gerade jetzt ist es wichtig, solidarisch und barmherzig zu sein. Wir wissen auch, dass wir von Darmstadt aus nicht alles regeln und entscheiden können. Gerne nehmen wir Problemanzeigen auf und überlegen, was wir tun können. Ich will Sie aber auch ausdrücklich ermutigen, vor Ort in eigener Verantwortung zu entscheiden, wenn Sie vor neuen Fragen stehen. Dies betrifft vor allem Fragen des Abstands und der Nähe in notwendigen Begegnungen und in der Seelsorge. Leitend kann dabei immer die Frage sein, wie der größtmögliche Schutz für alle Beteiligten gewährleistet ist.

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Dieser Satz aus dem 2. Timotheus-Brief ist für mich ein Leitwort in dieser Zeit geworden. In vielem, was ich gehört, gesehen und erlebt habe, war für mich dieser Geist gegenwärtig. Und in Momenten, wenn ich davon nichts spüren kann, mache ich mir bewusst: Gottes Geist ist natürlich nicht einfach da, für uns abrufbar und verfügbar, wir müssen uns immer wieder neu danach ausstrecken. Deshalb ist es gut, wenn wir gerade jetzt immer wieder füreinander beten - um Gottes Geist, der uns Furcht nimmt und Kraft und Liebe schenkt.

Bleiben Sie behütet und bewahrt!

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen

Ihr

Volker Jung

 

 

 

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