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EKHNKeyvisual Querschnittsthema 1: Ekklesiologische Grundlagen und Kirchenbild

Stand: November 2021

Impulspapier Ekklesiologische Grundlagen und Kirchenentwicklung

Teil 2 – Aufnahme von Resonanzen und weiterführende Überlegungen

Die theologischen Grundüberlegungen zu ekhn2030 https://ekhn.link/Ekklesiologie werden in diesem zweiten Teil des Impulspapiers unter den folgenden drei Fragestellungen weitergeführt.

1. Ist ekhn2030 ein Einsparprozess oder ein Prozess der Kirchenentwicklung?

ekhn2030 ist ein Einsparprozess und zugleich ein Prozess der Kirchenentwicklung: Mitgliederzahlen und Ressourcen gehen zurück, darum muss der Haushalt bis 2030 auf der Aufwandsseite strukturell um 140 Millionen reduziert werden. Diese Summe soll bis 2030 jedoch nicht einfach linear gestrichen werden, um mit weniger Mitteln das Gleiche zu tun. Stattdessen geht es darum, Strukturen so zu verändern, dass die nächste Generation auch mit weniger Ressourcen in der Lage ist, Zukunft aktiv zu gestalten und Neues zu entwickeln. Wir wollen „Kirche mit leichtem Gepäck“ werden. Manches wird aufgegeben werden müssen. Es geht aber darum, Zukunft aktiv zu gestalten und Kirche weiterzuentwickeln. . Die gemeinsame Herausforderung in diesem Prozess ist es, beide Anforderungen – Einsparen und Entwicklung – klug miteinander zu vereinen und so Gestaltungsmöglichkeiten für nachfolgende Generationen zu eröffnen. Der Prozess ist dabei so angelegt, dass er an bestehende Strukturen anknüpft. Auf allen Ebenen der EKHN sollen die Veränderungen so angestoßen werden, dass Menschen mitgehen und diese gestalten können. Ziel ist – im Vertrauen darauf, dass Gott einen guten Weg für die Zukunft seiner Kirche hat – weiter eine aktive und attraktive Kirche, offen und öffentlich in vielfältiger Weise nah bei den Menschen zu sein.

2. Was bedeutet „Kommunikation des Evangeliums“?

Die EKHN ist als Kirche Jesu Christi getragen und berufen von der Botschaft von der Liebe Gottes zu allen Menschen. Diese Botschaft – die bedingungslose Heilszusage Gottes – ist das Evangelium. Es wird dargestellt und entfaltet in den Inhalten des Glaubens und es wird gelebt, indem Menschen in ihrem Leben und Glauben darauf antworten. So stehen jeder Einzelne und die Gemeinschaft der Glaubenden als angesprochene und antwortende Menschen, im Dienst der Kommunikation des Evangeliums. Dieser Kommunikation des Evangeliums zu dienen ist der Auftrag der Kirche. Daraus ergeben sich verschiedene Aufgaben:

  • Die Themen des Glaubens in der Welt präsent zu halten.
  • Füreinander individuell lebensbegleitend und als Gemeinschaft dazu sein.
  • Menschen in  Not zu helfen. Und für ein gerechtes und friedliches Zusammenleben einzutreten, das sich daran orientiert, sorgsam und nachhaltig mit den Gaben der Welt umzugehen.

Eine solche Kirche ist eine dienende, diakonische Kirche. Deshalb wird  im Prozess ekhn2030 gefragt: Was dient der Kommunikation des Evangeliums?

 

3. Was ist unter Mitgliederorientierung, Gemeinwesenorientierung und Regionalentwicklung zu
verstehen?

Mit den drei Begriffen Mitgliederorientierung, Gemeinwesenorientierung und Regionalentwicklung wird der Auftrag der Kirche für unsere Zeit und unseren Kontext in die Praxis übersetzt:

  • Mitgliederorientierung: Das heißt, Menschen in ihrem Glauben lebensbegleitend unterstützen und stärken. Dies geschieht in der Grundhaltung, dass Menschen selbst  entscheiden, wie sie ihre Kirchenmitgliedschaft leben und ob und wie sie ihre Kirche mitgestalten wollen.
  • Gemeinwesenorientierung: Das bedeutet, in der kirchlichen Arbeit das Gemeinwesen in Kooperation mit anderen zu stärken und dabei selbst diakonisch und gesellschaftsprägend für Menschen da zu sein.

Wichtig: Mitglieder- und Gemeinwesenorientierung sind keine wahlweisen Optionen für die Arbeit der Kirchen. Sie sind im Evangelium begründet und gehören unauflöslich zusammen.

  • Regionalentwicklung: Um auch bei den zurückgehenden Ressourcen mitglieder- und gemeinwesenorientiert arbeiten zu können, ist es dringend erforderlich, die regionale Kooperation in Nachbarschaftsbereichen zu stärken. Dies knüpft theologisch daran an, dass christliche Gemeinden sich schon immer als miteinander verbundene Gemeinden verstanden haben, weil sie durch Taufe und Glauben in Christus miteinander verbunden sind.

Mit der Förderung der Regionalentwicklung sollen auch bei geringer werdenden Mitgliederzahlen die nötigen Ressourcen zur Verfügung stehen, um Mitglieder- und Gemeinwesenorientierung zu leisten.  Dabei wird es darauf ankommen, dass in den Regionen selbst entschieden und gestaltet wird, wie dies konkret aussehen kann. So können gemeinsam auch regionale Erprobungsräume entwickelt werden.  Kirchenleitende Aufgabe ist es, hierfür bestmögliche Voraussetzungen zu schaffen.

 

Quelle: Drucksache Nr. 52/21

 

 

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