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Studien zu Kirche und Digitalisierung

Curacon-Studie "Digitalisierung in den Kirchen"

Überblick über die Erkenntnisse der 2021 erstellten Studie:

Nachhaltigkeit des digitalen Aufschwungs: Die COVID-19-Pandemie spielt im Hinblick auf die Digitalisierung in den Kirchen zweifelsohne die Rolle des Katalysators. Innerhalb kürzester Zeit wurden Lösungen geschaffen, die ein Jahr zuvor noch in weiter Ferne lagen. Für über 90% der Studienteilnehmer:innen ist die Digitalisierung von hoher bzw. sehr hoher Bedeutung für die weitere Entwicklung der Kirchen. Umso erfreulicher ist es, dass 80% der Teilnehmer:innen den derzeitigen Digitalisierungsschub für nachhaltig halten.

Was passiert nach der Pandemie? Auch unabhängig vom Pandemiegeschehen sehen die Befragten einen Nutzen, die breit aufgestellten Prozesse der Kirche auch in der Zukunft weiter zu digitalisieren. Digitale Formate zur Verkündigung, Bildung, etc. sollen beispielweise auch in Zukunft ergänzend zu den üblichen Formen existieren. Dazu bedarf es einer ganzheitlichen Digitalisierungsstrategie, die bisher nur in 12% der teilnehmenden Kirchengremien existiert. Umso wichtiger ist es, nun proaktiv digitale Formate weiter zu etablieren bzw. aufrecht zu erhalten.

Treiber der Digitalisierung: Mehrheitlich ergreifen einzelne Personen selbst die Initiative und bringen – auch auf Wunsch weiterer Gemeindemitglieder hin – digitale Lösungen in die Gemeinden ein. Diese Initiative wird sehr geschätzt und auch in Zukunft weiter als sinnvoll erachtet. In der Zukunft sehen die Studienteilnehmer:innen allerdings die Landeskirchen und Bistümer stärker in der Pflicht, die Digitalisierung in den Kirchen weiter voranzutreiben.

Download der vollständigen Studie


Kirche ist digitaler geworden

Zwei wissenschaftliche Untersuchungen haben das gottesdienstliche und kirchliche Leben unter Corona unter die Lupe genommen

Der evangelische Gottesdienst ist kreativer und digitaler geworden. Der herkömmliche Kirchgang behält seinen Stellenwert, wird nach Corona aber vielfältiger. Das ist das Ergebnis zweier veröffentlichter Studien vom 27. September 2021, mit denen die evangelische Kirche die Weiterentwicklung digitaler und analoger Gottesdienst-Formate während der Corona-Krise untersucht hat.

Die Midi-Vergleichsstudie hat 729 Gemeinden in Kurhessen-Waldeck, Mitteldeutschland, Württemberg und der Nordkirche erneut befragt, die im vergangenen Jahr im Kontext der Ad-hoc-Studie „Digitale Verkündigungsformate während der Corona-Krise“ angegeben hatten, dass sie durch Corona digitale Verkündigungsformate angeboten haben. Davon haben sich 35 Prozent an der midi-Vergleichsstudie 2021 beteiligt.

Gestützt werden die Ergebnisse durch die „Studie zu Online-Gottesdiensten 2021. Update der Befragungsstudie „Rezipiententypologie evangelischer Online-Gottesdienstbesucher*innen während und nach der Corona-Krise“ (ReTeOG 2), an der sich knapp 4500 Befragte beteiligt haben. Die Studie, die von fünf evangelischen Landeskirchen in Auftrag gegeben worden war, unterstreicht, dass sich Online-Gottesdienste in den letzten anderthalb Jahren während der Corona-Pandemie in vielen evangelischen Kirchengemeinden in Deutschland zu einem wichtigen Bestandteil entwickelt haben und das auch auf Dauer so bleiben soll. Mehr als 55 Prozent der Befragten gaben an, dass sie auch noch in Monaten, in denen es wieder Angebote in den Kirchen vor Ort gab, regelmäßig an Online-Gottesdiensten teilgenommen hätten. Zwar war der Wert vor einem Jahr direkt nach dem allerersten Lockdown mit über 65 Prozent noch etwas höher, doch ist dies immer noch eine deutliche Mehrheit. Ganze 79 Prozent wünschen sich aktuell sogar explizit, Online-Gottesdienste auch nach der Corona-Zeit fortzuführen - und zwar am liebsten durch die eigene Kirchengemeinde vor Ort (65 Prozent).

Weitere Details zu den beiden Studien

Zur Pressemitteilung der EKD

Umfrage zu Online-Gottesdiensten

Quelle: ChrKG Bad Vilbel / privatOnline-GottesdienstGemeinsam einen Online-Gottesdienst anschauen

Rezipiententypologie evangelischer Online-Gottesdienstbesucher*innen während und nach der Corona-Krise

Ergebnisse vom 18. September 2020

Eine Studie belegt: Die Menschen mögen die neuen Online-Gottesdienste, die dutzendfach in der Coronakrise entstanden sind. Herausforderung ist es nun, eine gute Balance zwischen neuen digitalen Formaten und klassischen Feiern hinzubekommen.

Teilnehmende von Online-Gottesdiensten wünschen sich eine Fortführung der digitalen Angebote über die Coronakrise hinaus. Auch nach Ende des Lockdowns wollen vor allem mittlere Altersgruppen weiterhin den „digitalen Kirchgang“ praktizieren. Dies hat eine Studie im Auftrag von fünf evangelischen Landeskirchen ergeben, die am 18. September 2020 veröffentlicht wurde. An ihr hat sich auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) beteiligt. Befragt wurden knapp 5.000 Menschen.

Digitale Feiern sollen bleiben

Die große Mehrheit der Online-Gottesdienstbesuchenden möchte auf die neue Form des Gottesdienstes nicht mehr verzichten. So hatten 65,4 Prozent aller Befragten auch nach Ende des Lockdowns weiterhin an digitalen Feiern teilgenommen. Eine besonders hohe Zustimmung findet diese Gottesdienstform in der Altersgruppe der 41- bis 60-Jährigen. Viele Teilnehmende an Online-Gottesdiensten nutzten dieses Angebot intensiv und regelmäßig: Mehr als 80 Prozent der Befragten hatten mindestens vier Online-Gottesdienste besucht, 32,7 Prozent waren mindestens zehn Mal dabei. Dabei hatten 66,7 Prozent der Befragten vor Corona keine Erfahrung mit digitalen Gottesdiensten. Nur 2,8 Prozent nahmen schon vorher regelmäßig an Online-Gottesdiensten teil.

Online in Kirche nicht mehr wegzudenken

„Die Studie zeigt deutlich, dass die Online-Kommunikation auch im gottesdienstlichen Kernbereich der Kirchen nach Corona nicht mehr wegzudenken ist“, sagt Digitalisierungs-Experte Prof. Dr. Holger Sievert von der Hochschule Macromedia (Köln), wissenschaftlicher Begleiter der Studie. Besonders erfreulich im Sinne digitaler Teilhabe sei, dass diese Entwicklung auch für höhere Altersgruppen gelte. „Daraus ergibt sich die Frage, was diese Momentaufnahme für das Verhältnis von Online- und Präsenzangeboten bedeutet und wie dieses Miteinander in Zukunft weiterentwickelt werden soll“, erklärte Sievert.

 

Kirchenpräsident: Überraschend hohe Akzeptanz

Nach Worten des hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Volker Jung zeige die Studie eine „überraschend hohe Akzeptanz“ von digitalen Formaten in der Verkündigung. „Das macht Mut, auch über die Corona-Krise hinaus daran weiterzuarbeiten. Oft werden dabei auch neue kreative Wege gegangen. Um in den digitalen Medien Resonanz zu finden, ist es besonders wichtig in Form und Sprache viel stärker auf Menschen zuzugehen. Das ist eine große Chance für die Kirche.“ Nach Ansicht Jungs werde es in Zukunft vor allem darum gehen, in der Kirche „eine neue Balance zwischen persönlicher Begegnung und elektronischer Kommunikation zu finden“.

Aktive Teilnahme

Die meisten Befragten (60,5 Prozent) schauen die digitalen Gottesdienste allein, zeigt die Studie weiter. Während sich knapp ein Viertel der Teilnehmenden im Gottesdienst aktiv einbringen konnte (etwa durch Fürbitten, über einen YouTube-Chat oder per E-Mail), erlebten etwas mehr als drei Fünftel während des Gottesdienstes keine Interaktion. Insgesamt fühlten sich die meisten wohl im Online-Gottesdienst: viele beschreiben die Atmosphäre vor allem als freundlich (68,2 Prozent), ermutigend (53,0 Prozent), einladend (49,5 Prozent), herzlich (38,3 Prozent) und lebensnah (34,6 Prozent). Nur sehr wenige erlebten eine distanzierte oder gar kühle Atmosphäre. Als Hauptinformationsquelle über das Online-Gottesdienstangebot gaben 59,9 Prozent der Befragten das Pfarramt der eigenen Gemeinde an, gefolgt von Social Media (31,8 Prozent).

Zukunftsaussichten

Für die Zukunft wünschen sich die Befragten zu 82,8 Prozent regelmäßige Online-Gottesdienste auch dann, wenn Präsenz-Veranstaltungen wieder in vollem Umfang möglich sind. Die Gottesdienste sollten unter 45 Minuten lang sein und eine Mischung aus moderner und klassischer Musik enthalten. Zwar präferieren 40 Prozent der Teilnehmenden eine Live-Ausstrahlung gegenüber einer Aufzeichnung, aber die große Mehrheit von knapp 80 Prozent ist auch mit einem aufgezeichneten Online-Gottesdienst zufrieden. Bei der Frage nach dem passenden Raum bevorzugt mehr als die Hälfte (61,5%) der Befragten einen „sakralen Kirchraum“. 38,5 Prozent der Befragten wünschen sich, interaktiv am Gottesdienst beteiligt zu werden, während knapp die Hälfte der Befragten mit dem reinen Zuschauen zufrieden ist.

Hintergrund

An der von den Landeskirchen Baden und Württemberg initiierten Online-Befragung, der sich die Landeskirchen Hannover, Hessen und Nassau sowie die Evangelische Kirche im Rheinland anschlossen, beteiligten sich von Mai bis Juli 2020 insgesamt 4.767 Menschen online. Die Studie unter dem Titel „Rezipiententypologie evangelischer Online-Gottesdienstbesucher*innen während und nach der Corona-Krise“ wurde gefördert durch den Digitalinnovationsfond der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD); weitere Auswertungen werden folgen. Teilnehmende aus städtischen Regionen (50,5 Prozent) und aus ländlichen Regionen (46,9 Prozent) waren ausgewogen vertreten. Mit 61,9 Prozent nahmen mehr Frauen an der Befragung teil als Männer (37,7 Prozent). Rund 60 Prozent sind zwischen 31 und 60 Jahre alt, wobei die 51-60jährigen mit 31,0 Prozent die stärkste Gruppe darstellen, gefolgt von den 41-50jährigen (18,4 Prozent).

Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse können Sie hier herunterladen (PDF)

Allgemeine Online Nutzung (ARD/ZDF)

ARD/ZDF-Onlinestudie 2020

Die Entwicklung der Internetnutzung in Deutschland sowie der Umgang der Nutzer mit den Angeboten bilden seit 1997 die zentralen Fragestellungen der ARD/ZDF-Onlinestudien. Die Zielsetzung ist, innerhalb der Komplexität der Medien die großen Linien der Nutzung des Internets zu beschreiben. Dabei ist es zunehmend wichtig, den speziellen Fokus auf die mediale Internetnutzung zu legen.

www.ard-zdf-onlinestudie.de

Jugend, Information, Medien

JIM

Basisstudie zum Medienumgang der Zwölf- bis 19-Jährigen

www.mpfs.de/studien/

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