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Kooperation Kirchengemeinden

zum 1. Januar 2019 ist das neue Regionalgesetz in Kraft getreten, das die Möglichkeiten zur gemeinsamen Gestaltung kirchlichen Lebens in benachbarten Kirchengemeinden deutlich erweitert.

Mit der pfarramtlichen Verbindung, der Kirchlichen Arbeitsgemeinschaft, dem Kirchlichen Verband und der Gesamtkirchengemeinde gibt es vier Grundformen der Kooperation. Diese lassen sich flexibel an unterschiedliche Situationen anpassen und miteinander kombinieren, so dass Sie in Ihren Kirchengemeinden eine regionale Zusammenarbeit nach ihren Bedürfnissen ausgestalten können. Wichtig ist, dass Sie selber vor Ort in Ihren Kirchenvorständen entscheiden können, wann und mit wem Sie sich gemeinsam auf den Weg machen wollen. Das Dekanat hat den Auftrag, regionale Entwicklungen in seinem Bereich anzuregen, zu begleiten und beratend zu unterstützen.

Eine Arbeitshilfe informiert über die Grundformen der Zusammenarbeit nach dem Regionalgesetz und deren Möglichkeiten. Die aktuellste Fassung mit Downloadmöglichkeit der Arbeitsmaterialien finden Sie jeweils hier. Die Erfahrungen zur Vorbereitung auf die Umsetzung des neuen Gesetzes zeigen, dass dabei insbesondere die Einrichtung von Kooperationsräumen, die Zusammenarbeit im Bereich der kirchengemeindlichen Verwaltung sowie die Bildung von Gesamtkirchengemeinden nachgefragt sind.

Kooperationsraum

Im Zusammenhang der Pfarrstellenbemessung in den Jahren 2020 - 2024 ist als neues Gestaltungselement die Möglichkeit einer regionalen Zuweisung gemeindlicher Pfarrstellen vorgesehen. Für diese Form der Zusammenarbeit im Pfarrdienst wird im Regionalgesetz der Begriff „Kooperationsraum“ neu festgelegt. Pfarrerinnen und Pfarrer werden hier nicht mehr einzelnen Kirchengemeinden zugeordnet, sondern sind gemeinsam für die Gemeinden in ihrem regionalen Raum zuständig. Gabenorientierte Aufgabenwahrnehmung und Vertretungsdienste lassen sich so leichter realisieren. Die für einen solchen Kooperationsraum erforderlichen Vereinbarungen zur Zusammenarbeit der beteiligten Kirchengemeinden sind in Form einer Arbeitsgemeinschaft zu treffen. Dementsprechend versteht das Regionalgesetz den Kooperationsraum als Sonderform der kirchlichen Arbeitsgemeinschaft, die sich auch speziell zu diesem Zweck bilden kann (§ 6 RegG). Das Dekanat kann die Einrichtung solcher Kooperationsräume anregen, aber nicht verordnen. Zum Thema Kooperationsraum haben sich Kirchengemeinden und Dekanate mit besonders vielen Fragen an die Kirchenverwaltung gewandt. Die Antworten finden Sie in der Arbeitshilfe unter der entsprechenden Überschrift.

Gemeinsame Kirchengemeindliche Verwaltung

Einen passenden Rahmen bietet die Kooperationsform der Arbeitsgemeinschaft auch für die Zusammenarbeit in der kirchengemeindlichen Verwaltung. Die Erfahrung aus verschiedenen Pilotprojekten der letzten Jahre hat gezeigt, dass durch eine quantitativ und qualitativ verbesserte Verwaltungsunterstützung Haupt- und Ehrenamtliche wirkungsvoll entlastet werden können. Zur weiteren verbesserten Ausstattung wurde von der Kirchensynode ab 2019 ein Budget von zunächst 1.000.000 € zur Verfügung gestellt, mit denen zusätzliche Stellenanteile in Kooperationen dauerhaft eingerichtet werden sollen. Eine interessante Möglichkeit dürfte es vielerorts sein, eine gemeinsame pfarramtliche Versorgung in Kooperationsräumen mit einer gemeinsamen kirchengemeindlichen Verwaltung zu verbinden. Anträge können von interessierten Kirchenvorständen ab sofort über das neu eingerichtete Regionalbüro in der Kirchenverwaltung gestellt werden.

Gesamtkirchengemeinde

Mit dem Regionalgesetz wird die Kooperationsform der Gesamtkirchengemeinde neu eingeführt. Kirchengemeinden schließen sich hierbei zu einer neuen Kirchengemeinde zusammen, bleiben aber im Unterschied zu einer Fusion weiterhin als rechtlich selbständige Körperschaften bestehen. Dadurch können sie als Ortskirchengemeinden unter einem gemeinsamen Dach ihre Identität (wie z.B. ihren bisherigen Namen) sowie ein eigenes Profil gemeindlichen Lebens wahren.

Der Gremienaufwand für die Leitung und Steuerung der Gemeinden kann in einer Gesamtkirchengemeinde deutlich reduziert werden, da es einen gemeinsamen Kirchenvorstand gibt. Dieser setzt sich aus Mitgliedern aller beteiligten Ortskirchengemeinden zusammen und wird in Bezirkswahl gewählt. Die Attraktivität einer Pfarrstelle lässt sich für den Fall einer Wiederbesetzung deutlich erhöhen, wenn nicht mehr drei oder mehr Kirchenvorstände zu begleiten sind. Mancherorts kann es auch interessant sein, dass bei kommenden Kirchenvorstandswahlen insgesamt weniger Kandidatinnen und Kandidaten als bei einer getrennten Wahl der Einzelgemeinden zur Verfügung stehen müssen.

Projekt „Vernetzte Beratung”

Im Hinblick auf die Umsetzung des Regionalgesetzes ab 2019 hat die Kirchenleitung das Projekt der „Vernetzten Beratung“ eingesetzt. Dieses Projekt soll über ein Regionalbüro als zentrale Anlaufstelle Kirchengemeinden und Dekanate dabei unterstützen, die jeweils passende Form ihrer regionalen Zusammenarbeit zu entwickeln. Das Regionalbüro koordiniert und vernetzt dabei die mit den Gemeinden vereinbarte Begleitung durch die Kirchenverwaltung, die Zentren und Einrichtungen der EKHN sowie weitere Partnerorganisationen.

Kirchengemeinden können Kontakt mit dem Regionalbüro aufnehmen, um sich über Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu informieren oder eine konkrete Begleitung regionaler Kooperationsprozesse im Rahmen der Vernetzten Beratung nachzufragen:

Thomas Eberl

ekhnregional@ekhn.de

Telefon 06151/405-387 

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