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Wie Kirchenvorstände die Zielgruppe „junge Leute“ ansprechen können

© EKHN / fundus.ekhn.deEine Kirchenvorstandssitzung in Gemünden, Westerwald.

Von Pfarrer Matthias Pape

Eine Zielgruppe, die Gemeinden für die Kirchenvorstandswahl im nächsten Jahr besonders ansprechen könnten und sollten, sind Jugendliche und junge Erwachsene. Bei genauerem Hinsehen wird der Kirchenvorstand entdecken: „Jugendliche und junge Erwachsene sind uns in der Konfirmandenzeit begegnet und haben danach vielleicht als Teamer mitgearbeitet. Manche Jüngere haben wir über die kirchliche Trauung kennengelernt und in der KiTa begegnen uns junge Eltern, die wir von der Taufe ihres Kindes her kennen.“

„Sie sind jung … und wollen vielleicht wählen oder gewählt werden!“

Eine Gemeinde hat viele jüngere Mitglieder, auch wenn sie sich im gemeindlichen Leben möglicherweise nicht so oft zeigen. Dennoch: „Sie sind jung … und wollen vielleicht wählen oder gewählt werden!“ Es gilt, ihr Interesse am Kirchenvorstand und an den Wahlen für den Gemeindevorstand herauszufinden und gegebenenfalls zu wecken.

Gemeinden sollten Jugendliche und junge Erwachsene natürlich differenziert ansprechen. Zu prüfen ist: Wer geht noch zur Schule? Wer befindet sich in einer Ausbildung? Wie ist die jeweilige Lebenssituation? Sind junge Leute zum Beispiel gerade erst zusammengezogen? Oder wer wird aus beruflichen oder anderen Gründen demnächst wegziehen?

Als erstes verschafft ein Blick in „KirA“, dem „Kirchlicher Arbeitsplatz im Gemeindebüro“, einen Überblick im Bereich Meldewesen und Kirchenbuch: Wie viele 15-Jährige, 20-Jährige leben in unserer Gemeinde? Wie viele sind zwischen 20 und 30 Jahre alt? Die Zahlen sind in der Regel überschaubar: Bei den 15-Jährigen sind das häufig zwischen 15 und 30 Personen – und die meisten wird man noch von der Konfirmandenzeit her kennen.

Bei den 20-Jährigen sind es häufig etwas höhere aber doch überschaubare Zahlen. Diese Altersgruppe ist in einer Phase, wo die Schulausbildung abgeschlossen ist und der zweite Ausbildungsweg beginnt.

Die 20-30jährigen nehmen zahlenmäßig dann schon eine größere Gruppe ein. Ihre Lebenssituation ist dadurch geprägt, dass die zweite Ausbildungsphase abgeschlossen ist oder wird. Erste berufliche Schritte werden getan, eine feste Beziehung und ein erster eigenständiger Haushalt sind stabile Faktoren. Andrerseits: Beruflich bedingt verlassen nicht wenige dieser Altersgruppe den bisherigen Heimatort und kommen an einem neuen Wohnort und in einer neuen Gemeinde an. Wie werden sie begrüßt und angesprochen?

Bringen Sie sich und Ihre Gemeinde ins Gespräch

Die Erfahrungen mit Jugendmitgliedern in Kirchenvorständen haben in den letzten Jahren gezeigt, wie gut es ist, diese Altersgruppen junger und jüngerer Gemeindemitglieder differenziert in den Blick zu nehmen und unterschiedlich anzusprechen. Welche Empfehlungen gibt es dazu?

·         Ein spezieller erster persönlicher Gruß, verbunden mit einem Hinweis auf die Kirchenvorstandswahl, können zum Auftakt einer gelingenden Kommunikation werden. Wichtig dabei: Der Stil der Kontaktaufnahme muss der Ästhetik der jeweiligen Altersgruppe entsprechen.

·         Über solche ersten Kontakte kann auf die Social Media – Kanäle der Kirchengemeinde aufmerksam gemacht werden.

·         Eine Ansprache, zum Beispiel geführt wie ein persönliches Interview, kann digital oder telefonisch geschehen.

·         Die Erwartungen der Kirchengemeinde aber vor allem die Angebote zum Mitwirken sollten freundlich und deutlich formuliert werden.

·         Persönliche Kontakte sollten gefördert werden. Kirchenvorsteher*innen können Interessierten Fragen beantworten; auch ein „Mentoring“ durch erfahrene KVer*innen für junge KV-Mitglieder ist eine prima Einstiegshilfe.

Gerne möchten wir Mut machen, im Rahmen der Kirchenvorstandswahl diese Altersgruppen in den Blick zu nehmen. Bringen Sie sich und Ihre Gemeinde ins Gespräch und machen Sie auf die Wahlen aufmerksam – mit Phantasie und Kreativität!

 

Pfarrer Matthias Pape ist in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zuständig für Mitgliederorientierung

 

 

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