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Endergebnisse der Kirchenvorstandswahlen 2015 liegen vor

EKHNWahlstudio in Darmstadt: Nehmen am Sonntagabend Zahlen entgegen (v.l.) Martin Reinel, Franz Grubauer, Steffen BauerWahlstudio in Darmstadt: Nehmen am Sonntagabend Zahlen entgegen (v.l.) Martin Reinel, Franz Grubauer, Steffen Bauer

Briefwahl boomt, Beteiligung sinkt leicht, Jugendliche übernehmen Verantwortung

Seit 14. Juli 2015 liegen nun die offiziellen die Endergebnisse der Kirchenvorstandswahlen 2015 vor. Zur Entscheidung am 26. April waren demnach 1.453.585 Wahlberechtigte von 1.630.384 Kirchenmitgliedern in 1.151 Gemeinden aufgerufen. An die Urnen gingen insgesamt 269.153 Evangelische.

Die Wahlbeteiligung betrug ‑ bezogen auf alle beteiligten Gemeinden ‑ durchschnittlich 18,5 Prozent. Sie liegt damit in etwa auf dem Niveau des Urnengangs vor zwölf Jahren mit 19 Prozent. Die Beteiligung erreichte aber nicht ganz das Ergebnis von 2009. Damals gingen 20,5 Prozent der Evangelischen zur Wahl. Noch einmal deutlich stieg der Anteil der Briefwählerinnen und -wähler. Diesmal gaben 38,3 Prozent der Evangelischen, die sich an der Wahl beteiligten, ihre Stimme per Post ab. Sechs Jahre zuvor waren es noch knapp 31 Prozent. Die Statistik zeigt insgesamt, dass die Wahlbeteiligung der Kirchenmitglieder von 1985 bis 2015 um 4,4 Prozent sank. Zum Vergleich: Im entsprechenden Zeitraum ging die Beteiligung beispielsweise an den Kommunalwahlen in Hessen um fast ein Drittel von 76 Prozent auf 45,8 Prozent zurück.

Viele Jugendliche unter 18 in Leitungsgremien gewählt

Von den 12.905 Kandidatinnen und Kandidaten traten 47 Prozent neu zur Wahl an. Genau 9.838 von ihnen wurden schließlich in die Kirchenvorstände gewählt. Erstmals konnten in einem speziellen Verfahren auch Jugendliche gewählt werden, selbst wenn sie noch nicht volljährig waren. Auf diese Weise sind die Leitungsgremien der Kirchengemeinden nun auch mit 258 Jugenddelegierten besetzt. Die Altersstruktur hat sich im Vergleich zu 2009 dennoch leicht nach oben verschoben. Ausnahme bildet die jüngste Gruppe bis 30 Jahren, die durch die Jugenddelegierten um ein Prozent von 5,6 auf 6,6 Prozent zulegte. In den beiden älteren Gruppen der 60 bis 70-Jährigen gab es einen Anstieg von 19,2 Prozent auf 21,7 Prozent und bei den über 70-Jährigen stieg der Anteil von 5,1 Prozent auf 6,9 Prozent. Die Frauenquote ist mit 58,8 Prozent gegenüber der vorigen Wahl (58,2 Prozent) fast gleich geblieben.

Wahlhochburgen verteilen sich auf verschiedene Regionen

Nach wie vor bleibt die Wahlbeteiligung regional sehr unterschiedlich. Während die zehn Dekanate mit der niedrigsten Wahlbeteiligung zwischen etwa 11 bis 16 Prozent in der Metropolregion Rhein-Main sowie Gießen und Darmstadt anzusiedeln sind, liegen die Wahlhochburgen mit Beteiligungsraten von 25 Prozent und mehr in ganz unterschiedlichen Regionen vom oberhessischen Dekanat Vogelsberg bis zum Dekanat Diez in Rheinland-Pfalz. Eine Einteilung in Ballungsraum und ländliche Region greife aber nach der jetzigen Auswertung zu kurz, erklärt der statistische Auswertungsbericht zu den Kirchenvorstandswahlen 2015. Die Zahlen legten es nahe, „genau hinzusehen, welche Potentiale dort jeweils zu finden sind und welche sozialräumlichen Entwicklungen auch für die kirchlichen Entwicklungen von Gemeinden und Dekanaten zu berücksichtigen sein werden“, heißt es abschließend in dem Bericht.

Kirchenpräsident: Ehrenamtliche prägen Bild entscheidend

EKHNPortraitKirchenpräsident der EKHN

Der Kirchenpräsident der EKHN, Dr. Volker Jung, wertet die Bereitschaft vieler, sich ehrenamtlich zu beteiligen als „besonderen Schatz der Kirche“. Jung sagte: „Viele Tausend Menschen in unserer Kirche sind nach wie vor bereit, ehrenamtlich Verantwortung zu übernehmen. Sie gestalten sie mit und sorgen dafür, dass Auftrag und Botschaft der Kirche in unserer Gesellschaft präsent sind. Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher prägen entscheidend das Bild der Kirche vor Ort mit. Dafür sind wir dankbar.“ Nachdenklich zeigte sich Jung über die leicht gesunkene Wahlbeteiligung. Offensichtlich falle es trotz aller Bemühungen wie im staatlichen Bereich auch der evangelischen Kirche schwer, Menschen für Wahlen zu motivieren. Jung: „Wir werden auch zukünftig deutlich machen, dass Menschen in unseren Gemeinden und unserer Kirche mitreden und mitentscheiden können und dafür werben. Demokratische Strukturen sind ein Wesensmerkmal unserer Kirche.“

Präses: Menschen mit Sachverstand und Persönlichkeit wichtig

EKHNPortraitDr. Ulrich Oelschläger, Präses der Synode der EKHN

Der Präses der Kirchensynode, Dr. Ulrich Oelschläger, der dieses Amt selbst ehrenamtlich bekleidet, begrüßte noch einmal alle neu- und wiedergewählten Kirchenvorsteher und Vorsteherinnen. Er wies darauf hin, dass es nun an ihnen läge, auch für die weiteren Leitungsgremien der EKHN, die Dekanatssynoden und die Kirchensynode, Verantwortung zu übernehmen und Delegierte zu wählen. „Es ist wichtig, dass Menschen ihren Sachverstand, ihre Persönlichkeit und ihren Glauben in die evangelische Kirche einbringen“, so Oelschläger. Gleichzeitig würdigte er ausdrücklich das Engagement derer, die nicht gewählt wurden: „Es gehört zum demokratischen Wesen auch unserer Kirche, dass bei Wahlen leider nicht alle erfolgreich sein können“. Oelschläger selbst wurde in der Evangelischen Magnus- gemeinde in Worms erneut in den Kirchenvorstand gewählt.

Endergebnisse Kirchenvorstandswahl 2015

Jugenddelegierte im Kirchenvorstand -
eine große Chance

Die Kirchensynode hat im November 2013 eine wichtige Neuerung beschlossen: Erstmals können 14 - 17 jährige Gemeindeglieder zu Mitgliedern im Kirchenvorstand gewählt werden und zwar in der Gemeindeversammlung, die vor den Wahlen stattzufinden hat. Diese Jugenddelegierten haben vergleichbare Rechte und Möglichkeiten wie alle anderen Mitglieder im Kirchenvorstand, volles Stimmrecht bekommen sie aber erst am Tag ihres 18. Geburtstages.

In diesem Video äußern sich Jugendliche, die Vorsitzende der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau e.V., der Landesjugendpfarrer und eine Gemeindepfarrerin exemplarisch über dieses Gesetz und die neuen Möglichkeiten, die dadurch eröffnet werden.

Das Video wurde von der Medienhaus GmbH im Auftrag der Ehrenamtsakademie der EKHN produziert.

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