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Zwölf von 21 hessischen Landkreisen sind Ökomodellregionen

pixabay.com|manfredrichterAckerboden mit einem einzelnen frischen Trieb

Die Hessische Landesregierung hat fünf weitere Ökomodellregionen ausgewählt. Damit hätten sich bereits zwölf von 21 Landkreisen zu einer Agrarwirtschaft verpflichtet, die Ökolandbau, regionale Wertschöpfung und gesunde Ernährung fördert, sagte Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) am Dienstag in Wiesbaden.

Nach Angaben der Umweltministerin ist der Anteil des Ökolandbaus an der landwirtschaftlichen Fläche in Hessen in den vergangenen Jahren um fast ein Drittel auf rund 13,5 Prozent gestiegen, womit das Land bundesweit einen Spitzenplatz einnehme.

Den Wettbewerb um die fünf neuen Ökomodellregionen haben gewonnen:
• der Landkreis Marburg-Biedenkopf,
• die südhessischen Kreise Odenwald, Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau in einer gemeinsamen Bewerbung mit der Stadt Darmstadt,
• der nordhessische Landkreis Waldeck-Frankenberg,
• der Verbund der Kreise Lahn-Dill und Gießen
sowie der Landkreis Vogelsberg.

Sie kommen zu den bisher drei Ökomodellregionen hinzu, dem Landkreis Fulda, dem Verbund der Kreise Werra-Meißner und Kassel sowie dem Wetteraukreis. Alle zusammen machen laut Hinz fast ein Drittel der Landesfläche Hessens aus.

Weniger Bodenbelastung durch Ökolandbau

Beworben haben sich nach ihren Angaben sogar noch drei weitere Kreise und Kreisverbünde, die vielleicht in einer nächsten Runde mit nachgebesserten Bewerbungen noch zum Zuge kommen können. Die Erweiterung sei sinnvoll, da der Ökolandbau den schonendsten Umgang mit der Umwelt sichere. Insbesondere Boden, Wasser und Luft würden so weniger belastet. Hinzu kämen die höheren Standards beim Tierwohl.

Ein starker Ökolandbau helfe aber auch den landwirtschaftlichen Betrieben, da sie mehr Geld mit dem Verkauf ihrer Produkte verdienten. Noch immer sei die Nachfrage nach Bioprodukten höher als das Angebot. Zudem wolle das Land mit den Ökomodellregionen auch die regionale Direktvermarktung und die lokale Wertschöpfung im ländlichen Raum steigern.

Auch die Evangelische Kirche achtet bei Landverpachtung auf ökologische Aspekte

Viele Kirchengemeinden verpachten eigenes Land, auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sind das insgesamt rund 6.400 Hektar. Die EKHN rät den Gemeinden dazu, bei der Vergabe von "Kirchenland" darauf zu achten, dass die Pächter ökologisch wirtschaften. In ihrem Muster-Landpachtvertrag untersagt die EKHN den Bewirtschaftern zum Beispiel die Ausbringung von Klärschlamm und Abwässern auf den Flächen. Auch der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ist untersagt. Alle Verbote beruhen darauf, dass die EKHN langfristig die Bodenfruchtbarkeit ihres Kirchenlandes erhalten will. Die Flächen sollen auch in Zukunft ohne Einschränkungen für die Nahrungs- und Futtermittelproduktion zur Verfügung stehen. Die EKHN vertritt in Umweltfragen das Vorsorgeprinzip. 

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