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Weltmissionskonferenz in Tansania

Persönliche Eindrücke aus Arusha: Zwischen Männern, Massai und Mission

Albert Hillert / WCC / WeltkirchenratWeltmissionskonferenz 2018 in ArushaWeltmissionskonferenz 2018 in Arusha

Knapp eine Woche trafen sich über 700 Teilnehmende vom ganzen Globus zur Weltmissionskonferenz in Arusha. Mit dabei waren auch die hessen-nassauischen Studierenden Onno Hofmann und Hannah Saal. Ganz persönlich berichten sie von ihren Eindrücken aus Tansania.

privat/EKHNHannah Saal und Onno Hofmann auf der Weltmissionskonferenz 2018Hannah Saal und Onno Hofmann auf der Weltmissionskonferenz 2018

Am 13. März ist im afrikanischen Arusha die Weltmissionskonferenz 2018 mit über 700 Teilnehmenden zu Ende gegangen. Nach über einem Jahrzehnt Pause hatten sich in dem Ort in Tansania Delegierte aus evangelischen, orthodoxen, römisch-katholischen, evangelikalen sowie pfingstkirchlichen Gemeinschaften und weiteren Freikirchen getroffen. Thema war die Mission und wie sie im 21. Jahrhundert neu zu denken ist. Mit dabei waren neben der stellvertretenden Leiterin des Zentrums Oekumene in Frankfurt, Helga Rau, erstmals auch zwei Theologistudierende aus Hessen-Nassau. In einem persönlichen Bericht schildern Onno Hofmann und Hannah Saal ihre Erlebnisse auf der Konferenz in Afrika.

An einem ökumenischen Großevent teilzunehmen, das zuletzt 2005 in Athen stattfand, ist für Studierende nicht selbstverständlich. Deshalb kamen wir gespannt auf die Weltmissionskonferenz 2018 nach Arusha in Tansania. Im Gepäck hatten wir auch gemischten Erwartungen: Sicher wird es viel ökumenischen Austausch geben, aber sicher auch Konfrontation unterschiedlicher theologischer Haltungen. Viele neue Eindrücke nahmen wir dann mit nach Hause. Viele etablierte Kirchenälteste mit großen Wortanteilen, aber auch junge Theologiestudierende aus aller Welt, die in das Programm eingebunden waren. Aber leider auch viel zu wenig Zeit zur Reflexion.

Nachfolge zum Thema machen

Das Thema dieser Weltmissionskonferenz war  „Im Geiste voranschreiten: Zu verwandelnder Nachfolge berufen“ und es war sehr umfassend angelegt. Wir haben auf dem Vorbereitungstreffen der deutschen Delegierten bereits über das Verständnis von Nachfolge gesprochen und was es heute heißt, Jüngerinnen und Jünger zu sein. Diese Diskussionen setzten sich vor Ort in Arusha in multinationalem Kontext mit afrikanischem Schwerpunkt fort.

Rolle der Frauen wächst

Es kristallisierte sich schnell heraus, dass nicht nur der afrikanische Part prägend für die Konferenz sein sollte, sondern sich auch Frauen mittlerweile eine Stimme erkämpft haben. In der weiterhin männerdominierten Kirchenlandschaft dieser Welt ist es nicht selbstverständlich, dass eine der ersten Theologinnen des Nahen Ostens und Frauenrechtlerin, Najla Kassab Abousawan, die Eröffnungspredigt hält. Genauso wie eine afrikanische Theologin und Doktorandin in „Gender Studies“, Mutale Mulenga Kunda, die die Eingangsrede übernahm.

Stichwort theologische Transformation

Gerade im Rückblick auf die mit Programm vollgepackten Konferenztage, waren dies die entscheidenden Beiträge, die im Gedächtnis hängen geblieben sind. Noch dazu prägen sie eine neue Art der Nachfolge und treiben die Transformation innerhalb der Kirche voran. Denn nicht in allen Mitgliedskirchen des Weltkirchenrats werden Frauen ordiniert.  

Meinungen auf den Prüfstand stellen

Der Heilige Geist als Voraussetzung für eine transformierende, also sich wandelnde Nachfolge wurde auf dem Podium oft genug betont. Mit diesem Motiv des Konferenzmottos sahen wir uns unter den deutschen Teilnehmenden mit deutlich anderen als den eigenen Perspektiven konfrontiert. Diese Auseinandersetzungen, die vor allem in Tischgesprächen, bei Mahlzeiten oder in Kleingruppen bei den Bibelarbeiten stattfanden, waren meist besonders ergiebig. Es war eine Einladung, unterschiedliche Kontexte wahrzunehmen und das eigene theologische Selbstverständnis auf den Prüfstand zu stellen.

Raum für Versöhnung lassen

Bei all den gemeinsamen Plenarsitzungen, Gebeten und Diskussionen wurde auch bewusst, was und wer unerwähnt bleibt: Obwohl viel über die „Marginalisierten“ innerhalb der Kirche geredet wird, bleibt das Thema Homosexualität in der allgemeinen öffentlichen Debatte unkommentiert. Es bleibt deshalb gerade wichtig: Bei unterschiedlichen Auffassungen muss neben dem Raum für Streit auch Platz für die Versöhnung bleiben.

[Onno Hofmann und Hannah Saal]

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