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Schule ist ein Schwerpunktthema

Pröpstin Bertram-Schäfer zu Besuch im Evangelischen Gymnasium

shgLehrer Timo Meier (links) erklärt die digitale SchultafelLehrer Timo Meier (links) erklärt die digitale Schultafel

Zu einem Rundgang und einem Gespräch war die neue Pröpstin in Nord Nassau, Pfarrerin Sabine Bertram-Schäfer, im Evangelischen Gymnasium Bad Marienberg zu Gast. Das Thema Schule durchziehe seit jeher ihr Leben, sagte Bertram-Schäfer.

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Pröpstin Bertram-Schäfer und Schulleiter Dirk Weigand im Gespräch am Evangelischen Gymnasium Die Schule verfügt über einen Andachtsraum Alexander Lühr, Kathrin Schütz und Pröpstin Bertram-Schäfer im Gespräch Geschäftsführer René Roos überreicht Pröpstin Bertram-Schäfer ein kleines Geschenk Testessen in der Mensa Zum Gespräch trafen sich (v.l.): Dekan und Pfarrer a.D. Martin Fries, Schulleiter Dirk Weigand, Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer, Geschäftsführer René Roos, Alexander Lühr, Kathrin Schütz und Roman Kläs-Bierbrauer

Zum einen sei Schule ein wichtiger Baustein der Gestaltung von Kirche im ländlichen Raum, die ihr bereits in ihrer vorherigen Wirkungsstätte als Dekanin im Büdinger Land wichtig gewesen sei- und jetzt im Westerwald ebenso.  Zum anderen ist Bertram-Schäfers Ehemann stellvertretender Direktor an einer Schule in Friedberg, was ihr mitunter einen guten Einblick in schulische Abläufe gebe, sagte die Pröpstin. Zu dem Gespräch waren Schulleiter Dirk Weigand, der stellvertretende Schulleiter Alexander Lühr, die zweite stellvertretende Schulleiterin Kathrin Schütz, Geschäftsführer René Roos, Dekan und Pfarrer a.D. Martin Fries, sowie die, für die Ganztagsschulbetreuung verantwortlichen, Lehrer, Roman Kläs-Bierbrauer und Timo Meier zusammengekommen.

Hohe Akzeptanz in der Region

Schulleiter Dirk Weigand wies auf die hohe Akzeptanz der Schule hin. Die Prozentzahl der Schüler, die sich in der Region für die gymnasiale Bildung entscheiden, wurde von rund 12% auf rund 35% gesteigert. Gleichzeitig habe das, rund 720 Schüler zählende, dreizügige Gymnasium sehr geringe Abrecher- und Wiederholerzahlen. Nur durchschnittlich ein Schüler pro Jahrgang schaffe das Klassenziel nicht, was Weigand auf die guten Fördermöglichkeiten an der Ganztagsschule zurückführte.

Viele Kooperationen

Gleichzeitig gebe es aber auch eine ausgezeichnete Begabtenförderung. Das Gymnasium habe zahlreiche Kooperationen mit Förderprogrammen und Wirtschaftsunternehmen. Neben Musik und Sport hat das Gymnasium auch einen technischen Schwerpunkt. So ist das Evangelische Gymnasium ials MINT-Freundliche Schule zertifiziert. Das steht für eine Fächerkombination aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Die im MINT-Bereich erworbenen Kompetenzen bieten eine wichtige Grundlage für viele Berufe und Studiengänge (z.B. Ingenieure, Architekten, Ärzte, Informatiker und viele handwerkliche Berufe). Außerdem ist das Gymnasium eine Informatik-Profil-Schule (IPS) des Landes Rheinland-Pfalz und eine Smart School by bitcom. Smart Schools sind Ökosysteme des digitalen Lernens, die digitale Bildungsangebote modellhaft im Praxisbetrieb zeigen.

Digitales Lernen vorangetrieben

Von den digitalen Lernformaten konnte sich Pröpstin Bertram-Schäfer in einem der Klassenzimmer überzeugen. Lehrer Timo Meier zeigte auf, wie auf einer digitalen Schultafel Inhalte von externen Datenspeichern gezeigt und bearbeitet werden können. „So ist sogar Gruppenarbeit möglich, ohne dass sich die Schüler in einem Raum aufhalten müssen“, erläuterte Meier. In der Corona-Zeit sei die Digitalisierung noch vorangetrieben worden. Im laufenden Schuljahr habe für die Schüler– außer Sport- keine Stunde ausfallen müssen. Alles habe laut Stundenplan z.B. per Videokonferenzen stattfinden können, berichtete Meier. Geschäftsführer René Roos wies im Gespräch auf die Kosten für Ausstattung und Angebote hin. “Bildung kostet Geld“, so Roos, „wir brauchen jemanden in der Kirchenleitung, der die Interessen der Schulen in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau im Blick behält. Was Schule im ländlichen Raum leistet, wird häufig nicht gesehen.“

Mehr Platz ist nötig

Dirk Weigand wies zusätzlich auf die Platzprobleme der dreizügigen Schule hin. „Ursprünglich war das Gymnasium nur zweizügig konzipiert, lief aber praktisch von Beginn an dreizügig. Wegen der vielen Anfragen haben wir es sogar einmal mit vier Klassen im Jahrgang versucht, was aber wegen des Raummangels sehr schwierig wurde.“ Möglichst bald soll ein Gebäude angebaut werden, um hier Abhilfe zu schaffen, so Weigand. Besonders wichtig ist dem Schulleiter auch das diakonische Profil der Schule. In Bad Marienberg werde nicht selektiert, sondern vor allem gefördert und unterstützt. Auch werde nach außen und nach innen das evangelische Selbstverständnis der Schule gelebt, was sich unter anderem am Diakonischen Praktikum der Elftklässler, dem Schulpfarramt und den vielen sozialen Angeboten, wie Schulsanitätsdienst und Verkehrslotsenausbildung zeige. Auch viele pädagogische Angebote innerhalb der verbindlichen Ganztagsschule wie Bogenschießen, Gottesdienst-AG oder Imkern und Gärtnern seien dazu geeignet, das Klima der individuellen Förderung zu erhalten und zu unterstützen.

Mensa und Veranstaltungsraum

Nach einem Rundgang durch Klassenräume, Andachtsraum und Lehrerzimmer, sah sich Pröpstin Bertram-Schäfer die variabel einsetzbare Mensa an, die auch als Veranstaltungsort mit Bühne genutzt werden kann. Hier konnte sich die Pröpstin auch von der Qualität des Essens überzeugen, das seit einiger Zeit nur noch frisch gekocht wird. „Seit wir das Essen nicht mehr liefern lassen, hat sich die Qualität und die Akzeptanz der Mahlzeiten stark verbessert. Und wir müssen nur noch einen sehr geringen Anteil wegwerfen, weil alle Schüler selbst entscheiden können, wie viel sie von welchem Nahrungsmittel nehmen wollen“, erläuterte Alexander Lühr die Vorteile. Zum Abschluss des Rundgangs überreichte Geschäftsführer René Roos Pröpstin Bertram-Schäfer ein kleines Geschenk als Willkommen in ihrer neuen Wirkungsstätte Nord Nassau.

Die Pröpstin für Nord-Nassau ist als geistliche Leitungsperson für rund 200.000 Gemeindeglieder in 169 Gemeinden mit rund 180 Pfarrerinnen und Pfarrern zuständig. Die Propstei umfasst Gebiete um Biedenkopf, Herborn, Westerburg und Limburg. Damit gehören Regionen in Hessen und Rheinland-Pfalz sowie ein kleiner Teil von Nordrhein-Westfalen zum Verantwortungsbereich. Die Pröpstin, deren Funktion mit der einer „Regionalbischöfin“ in anderen Kirchen vergleichbar ist, ist auch Mitglied in der Kirchenleitung der EKHN sowie Vorgesetzte der Dekaninnen und Dekane.

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