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Religiöse Bildung in der migrationssensiblen Schule

pixabay.com/ernestoeslavaSchüler im Klassenzimmer

Angesichts der vielen Menschen, die seit 2015 vor Krieg und Verfolgung nach Deutschland geflohen sind, stehen pädagogische Einrichtungen wie Schulen und Kindertagesstätten vor einer großen Herausforderung. Unter dem Titel „Religiöse Bildung in der migrationssensiblen Schule“ hat der Rat der EKD einen Text veröffentlicht, der Bildungseinrichtungen dazu ermutigt, auf die religiösen Hintergründe und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen verstärkt einzugehen.

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In zwölf Thesen wird beschrieben, warum ein sensibler Umgang mit Migration und Religion notwendig ist.

Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, schreibt im Vorwort zu der Publikaltion:

„Humanität und Menschenwürde kennen keine Grenzen. Deswegen hat Deutschland viele Menschen aufgenommen, die vor Krieg und Terror aus ihrer Heimat geflohen sind. Aber auch sonst sind in den letzten Jahren Millionen von Menschen nach Deutschland zugewandert. Die Integration aller dieser Migrantinnen und Migranten stellt unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Das zeigt sich in besonderer Weise im Bildungssystem, wo mittlerweile etwa ein Drittel der Kinder und Jugendlichen einen Migrationshintergrund haben.

Die Menschen, die zu uns kommen, bringen ihre jeweiligen kulturellen und religiösen Prägungen mit. Sie kommen in ein freies Land, in dem sie ihre religiösen und kulturellen Traditionen auch leben können. Überall da, wo Intoleranz zwischen verschiedenen religiösen Traditionen sichtbar wird, muss klar gemacht werden, welcher Segen es ist, dass hier nach der langen Lerngeschichte der letzten Jahrhunderte Regeln des friedlichen Zusammenlebens gelten, die nicht zur Disposition stehen können. Als Christinnen und Christen treten wir für diese Religionsfreiheit ein. Wir sehen die verbindenden Ursprünge und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Religionen, genauso wie wir die Unterschiede sehen. Der Dialog zwischen Religionen und Konfessionen ist nicht immer einfach, jedoch fruchtbar, wo es Offenheit und Respekt auf allen Seiten gibt. Diese Freiheit gilt es, als gesamtgesellschaftliche Aufgabe besonders auch in der Schule zu bewahren und zu entwickeln.

Deswegen ist die Bedeutung von Religion im Kontext von migrationsbezogener Bildung viel deutlicher in das Bewusstsein zu bringen. Sie wird in pädagogischen Veröffentlichungen zur Beschulung von Geflüchteten zumeist nicht hinreichend reflektiert. Vor diesem Hintergrund hat die Kammer der EKD für Bildung und Erziehung, Kinder und Jugend in Form von zwölf Thesen entsprechende Herausforderungen und Ermutigungen erarbeitet; dafür sage ich den Mitgliedern und Mitarbeitern der Kammer herzlichen Dank. Der Rat der EKD hat sie sehr positiv aufgenommen und ihre Veröffentlichung beschlossen.

Es ist wichtig und notwendig, Sensibilität und Offenheit für die religiösen und weltanschaulichen Fragen von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln, und religiöse Bildung als Teil des professionellen Handelns unter Berücksichtigung der schulischen Rahmenbedingungen aktiv wahrzunehmen. So wünsche ich diesem Text bei allen, die sich in Staat und Kirche, Schule und Gemeinde mit den Fragen von Bildung und Migration auseinandersetzen, Aufmerksamkeit und Verbreitung.”

Erarbeitet wurde der Text von der EKD-Kammer für Bildung und Erziehung, Kinder und Jugend. Der Text ist abrufbar unter: www.ekd.de/Aktuelle-Publikationen-24065.htm

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