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Menschen lassen sich begeistern

Pfarrer Hans Genthe geht mit neuen Ideen in den Ruhestand

A. GemeinhardtPortrait mit Bildschirm Rücken.Pfarrer Hans Genthe an seinem Arbeitsplatz im Medienhaus.

Pfarrer Hans Genthe wird am 19. Dezember in den Ruhestand verabschiedet. Dieser Satz enthält einen Fehler: Ein „Ruhe“-Stand ist für den Medienprofi schlicht undenkbar.

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Profilbild Genthe liest vertieft in einem Buch. Selfie mit Motorrad Portrait Selfie mit Domturm Genthe sitzt bei einem Open-Air-Gottesdienst in der Stuhlreihe mit Laptop.

Hans Genthe, bekannt als medienbegeisteter Pfarrer, Öffentlichkeitsbeauftragter und zuletzt Social-Media-Pfarrer der EKHN, geht in den Ruhestand. Andreas Fauth, Chefredakteur der Multimediaredaktion des Evangelischen Medienhauses der EKHN, bedauert das sehr: „Er hat sich als Social-Media-Pfarrer unersetzlich gemacht: Er war das Gesicht der EKHN bei Facebook, er war unser Ansprechpartner für die User und er hinterlässt eine große Lücke. “ Denn einen Nachfolger wird es nicht geben.

Start in die Öffentlichkeitsarbeit

Pfarrer Hans Genthe war zunächst als Pfarrer im idyllischen Wald-Michelbach im Odenwald tätig, aber bereits damals medienaffin: Anfang der 90er Jahre bot die EKHN eine Ausbildung zum Medienberater an. Zwei Jahre lang lernte Genthe klassische Pressearbeit, aber auch Video, Radio und „Datenfernübertragung“ – das Internet war noch nicht erfunden. 1996 wurde er Medienberater der EKHN.

Radio zum Mitmachen

Eines seiner ersten praktischen Projekte basierte gewissermaßen auf „User-generated-content“, ein Begriff, den es in den Neunziger noch gar nicht gab. Was es allerdings gab, war die Lizenz zum Senden. Genauer gesagt: Das Hessische Privatrundfunkgesetzt erlaubte es Bürgerinnen und Bürgern, ein eigenes Radioprogramm zu senden. Zeitlich begrenzt, aber dafür auf einer eigenen UKW-Frequenz.

Carpe diem! Hans Genthe stürzt die Dorfjugend in einen monatelangen Aktivitätsrausch: Ein eigenes  Radio soll aus Wald-Michelbach senden! Zehn Tage lang – rund um die Uhr. Das muss man lernen. Das muss man technisch vorbereiten. Mitwirkende müssen gefunden und motiviert werden. Die Gemeindejugend ist begeistert und stemmt das Projekt. Generationenübergreifend, denn auch Erwachsene beteiligen sich am Radioprogramm. Genthe macht die Erfahrung, dass sich Menschen für Medien begeistern lassen, wenn man sie an der Produktion beteiligt.

„Veranstaltungsradio“ macht Schule

1997 hat die Überwälder-Kirchenwelle (ÜWK) Premiere und sendet für zehn Tage in der Region rund um Wald-Michelbach. Mehrere Jahre in Folge geht ÜKW einmal pro Jahr mit seinem „Veranstaltungsradio“ auf Sendung. Das Radio ist aber das ganze Jahr über Thema bei der evangelischen Jugend. Es gibt in der sendefreien Zeit des Jahres Radioparties, bei denen Geld erwirtschaftet wird, das dringend zur Finanzierung der Sendewochen gebraucht wird. Radio ÜKW sendet 2004 auch zum Hessentag in Heppenheim ein Begleitprogramm. In der EKHN haben sich mittlerweile in mehreren Regionen evangelische Radioinitiativen gebildet, die „Veranstaltungsradio“ produzieren.

Kirche soll im Netz präsent sein

Aber da war Hans Genthe schon nicht mehr Gemeindepfarrer, sondern Öffentlichkeitsbeauftrager für die Region Starkenburg. Er kämpft in dieser Funktion für den Einsatz internetfähiger Computer in Pfarrämtern. Und: Er lernt, wie man eine Website erstellt … und entdeckt das Netz als Kommunikationsmittel. Kirche soll im Netz präsent sein. Website-Beratung, Internet-Schulung, all das hat Medienberater Hans Genthe im Portfolio.

Und als Facebook das Netz erobert, ist auch er dabei. Als unermüdlicher User, als Berater für Gemeinden, kirchliche Einrichtungen und letztlich auch als Coach für den Kirchenpräsidenten. Auch die EKHN hatte Facebook, Twitter und Co. entdeckt. 2016 ging Pfarrer Pohl, der für die EKHN als Theologe in den sozialen Medien unterwegs war in den Ruhestand. Für Hans Genthe bot sich die Gelegenheit, nun als Social-Media-Pfarrer aktiv zu werden. Im Rahmen der Multimedia-Redaktion des Medienhauses postet er nun über zwei Jahre lang, was das Netz hält: Instagram, Twitter, Facebook, Youtube – Genthe lässt keinen Kanal aus. Und er wird nicht müde, Kirche von der Notwendigkeit zu überzeugen, dass sie auch in den Sozialen Netzwerken präsent sein muss.

Begeisterung für Neues

Andreas Fauth würdigt ihn: „Hans Genthe hat als Social-Media-Pfarrer unsere Redaktion enorm bereichert: Er hat die journalistischen Kolleginnen und Kollegen in theologischen Fragen gut beraten  und kannte die Bedürfnisse unserer User gut. Er hat sich immer wieder in neue Themen eingearbeitet und wir freuen uns natürlich, dass er jetzt zum Team von ‚YoungClip‘ gehört.“

Mit dem Projekt „YoungClip“ wird sich Genthe im aktiven Ruhestand beschäftigen. Junge Menschen sollen motiviert werden, selbst Videos zum Thema Glauben zu produzieren. Begeisterung für „User-Generated-Content“ – so kennt man Pfarrer Hans Genthe. Als Freiberufler nun im Netz unter www.genthe.info .

Gottesdienst zur Verabschiedung von Pfarrer Hans Genthe in den Ruhestand mit Entpflichtung vom Dienst durch Propst Oliver Albrecht:

Am 19. Dezember 2018 um 14.00 Uhr 
in der Alten Nicolaikirche, Römerberg 11, Frankfurt am Main

 

 

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