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Trauer

Mit Radio-Stück: Diakonie Hessen will Angehörigen von Sterbenden helfen

lovemelovemypic/istockphoto.com

Die Diakonie Hessen will Menschen helfen zu verstehen, was passiert, wenn Menschen sterben. Deshalb hat sie eine Handreichung für Angehörige und Begleitende von Sterbenden veröffentlicht. Zudem zeigt ein Radio-Stück, wie sich Bildhauer Joachim Kreutz mit dem Erlebten und den Wünschen von Angehörigen auseinandersetzt.

Die Diakonie Hessen hat Handreichungen für Angehörige und Begleitende von Sterbenden veröffentlicht. In Familien sei Erfahrungswissen über das Sterben infolge der Mobilität der Gesellschaft und der Auflösung von Großfamilien verloren gegangen, sagte die Leiterin der Abteilung Gesundheit, Alter und Pflege der Diakonie Hessen in Frankfurt am Main, Barbara Heuerding, dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Angehörige fragten die Pflegekräfte, was denn beim Sterben passiere und wie man einen nahestehenden Menschen gehen lassen könne, berichtete Heuerding. Die Handreichungen erklärten etwa, dass es normal sei, dass Menschen am Lebensende nicht mehr essen und trinken wollten. Dies solle man respektieren und nur den Mund befeuchten. Auch werde der Atem von Sterbenden flacher, weil der Bedarf an Sauerstoff sinke, oder rasselnd aufgrund von Schleim, was keiner Behandlung bedürfe.

Ratschläge für den Abschied

Daneben erhielten Angehörigen Ratschläge, wie sie am Sterbebett Abschied nehmen können, sagte Heuerding. So könnten sie Dinge, die ihnen auf der Seele lasteten, dem Sterbenden in die Hand flüstern oder niederschreiben und den Brief unters Kopfkissen legen. Häufig dächten Angehörige, sie müssten alles tun, dass der Sterbende weiterlebe. Dabei gehe es darum, den Sterbenden gehen zu lassen. Oft könne ein Mensch erst sterben, wenn die Angehörigen das Zimmer verließen.

Ziel der Handreichungen der Diakonie ist nach den Worten von Heuerding, die Angst vor dem Sterben ernst zu nehmen, aber Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man damit umgehen kann. Mit Schmerzen könnten Medizin und Seelsorge gut umgehen. Vorformulierte Worte und Gebete könnten Angehörigen eine Hilfe sein. Nach Eintritt des Todes könnten Rituale beim Abschiednehmen helfen, etwa das Fenster zu öffnen, das Kissen mit Blumen zu schmücken, den Verstorbenen anzukleiden oder eine Pfarrerin oder einen Pfarrer zur Aussegnung zu bitten.

Zur Audiothek mit Radio-Beiträgen aus der Kirchenredaktion

Bei der Diakonie Hessen sind erhältlich die für Angehörige praktisch ausgerichtete Broschüre „Abschied am Lebensende“, die Broschüre „Niemand soll vergessen sein. Bestatten, gedenken, erinnern“ und die umfangreiche Handreichung „Mit Sterbenden leben - achtsam sein“, die Ausführungen über Glaubens- und ethische Fragen, Gesundheitspolitik, die Hospizbewegung und Andachten vereint. Die Handreichungen können kostenlos angefordert werden bei: Diakonie Hessen

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