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EKHN-Synode

Friedensethische Stellungnahme der Synode vertagt auf Herbst

Heidi Förster

Gisela Kögler, eine von 141 Delegierten im "Parlament" der Kirchensynode der EKHN, hat am Donnerstag, 9. Mai 2019 bei der Frühjahrstagung der EKHN im Frankfurter Dominikanerkloster eine "friedensethische Stellungnahme" vorgestellt. Ein Diskussionspapier "auf dem Weg zu einem gerechten Frieden". Doch der "Aufruf zum Frieden" geht mit diesem Wortlaut noch nicht in die Welt. Als Diskussionsvorlage und wichtiger Beitrag soll "der Aufruf" - so das Votum des Kirchenparlaments - bis zur Herbstsynode von der Kirchenleitung überarbeitet werden.

Heidi Förster

Gisela Kögler leitet den Synodal-Ausschuss "Umwelt, Frieden und Bewahrung der Schöpfung". Gemeinsam mit Pfarrerin Yvonne Fischer und jeweils zwei weiteren Vertreter*innen der anderen Ausschüsse, der Kirchenleitung und dem Zentrum Ökumene wurde diese friedensethische Stellungnahme erarbeitet. Gisela Kögler hat gehofft, "dass es heute einen Aufruf gibt, wir den ersten Schritt machen, Kirche des gerechten Friedens zu werden". Doch anstelle eines "Go" gab es nach einer kontroverser Debatte eine Stimmenmehrheit, die vorgetragene "Friedensschrift" von der Kirchenleitung bis zur Herbstsynode 2019 überarbeiten zu lassen.
Pfarrer Wolfgang Prawitz gehört zur Kirchenleitung. Er ist nicht nur Pfarrer für Ökumene im Ev. Dekanat Groß-Gerau-Rüsselsheim sondern auch ehrenamtlich Mitglied im Vorstand der Kirchensynode. 

Die friedensethische Stellungnahme wurde vertagt. Ist das ein Rückschritt? 

Prawitz: "Nein, aber das hat gezeigt, dass eine Debatte notwendig ist und die Überarbeitung wird dazu führen, dass die Kontroversen, die auf dem Weg zu einer Kirche des gerechten Friedens ausgetragen werden müssen, deutlich benannt wurden." 

Stein des Anstoßes der friedensethischen Stellungnahme

war der enthaltene Satz: "Auf Erden erschrecken uns.... ein Wirtschaftssystem, das weltweit tötet und bei uns den sozialen Frieden gefährdet..."  Gemeint sei, so Prawitz, "die Art wie Wirtschaften auf dem Globus derzeit läuft, die Menschen in ihrer Entwicklung behindert - bis hin zu tötet, Beispiel ist der Tod der Näherinnen in Bangladesh…". Folgende Frage, so Prawitz, sollte Kirche auf dem Weg zu einem gerechten Frieden zur Diskussion stellen: "Wie müssen wir wirtschaften innerhalb unseres Landes und global, damit genau das ("töten") nicht passiert. Es geht um die Einhaltung der Menschenrechte auf allen Ebenen der Wertschöpfungsketten."

Kirche ist auf dem Weg zu einem gerechten Frieden. Wenn auch "vertagt" sei dies, so die Kirchenleitung, ein wichtiger Beitrag für die weitere friedensethische Debatte. Hoher Respekt.

Heidi Förster
Öffentlichkeitsarbeit 

 

Hintergrund zur Synode

Die Synode ist gemäß der Kirchenordnung das „maßgebende Organ“ der hessen-nassauischen Kirche. Sie erlässt Gesetze, besetzt durch Wahl die wichtigsten Leitungsämter und beschließt den Haushalt. Aktuell hat sie 141 Synodale. Als das maßgebende Organ geistlicher und rechtlicher Leitung trifft sie auch wichtige kirchenpolitische Entscheidungen. Ausschüsse und regionale Arbeitsgruppen bereiten die Entscheidungen vor. Geleitet wird die Synode vom Kirchensynodalvorstand mit einem oder einer Präses. Gemäß Kirchenordnung sollen möglichst zwei Drittel der gewählten Synodalen nichtordinierte Gemeindemitglieder sein, ein Drittel Pfarrerinnen und Pfarrer. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat knapp über 1,5 Millionen Mitglieder in 1135 Gemeinden. Ihr Kirchengebiet reicht in etwa von Biedenkopf im Norden bis Neckarsteinach im Süden. Rund ein Viertel des Kirchengebiets gehört zwischen Bad-Marienberg und Worms auch zu Rheinland-Pfalz.

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