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Neue Stadtsynode

Erste gemeinsame Stadtsynode für Frankfurt und Offenbach

(/c) Dekanat / R. Oeser1. Tagung der Stadtsynode Frankfurt und Offenbach1. Tagung der Stadtsynode Frankfurt und Offenbach

„Wir werden uns schon was einfallen lassen in den nächsten Jahren, gemeinsam in Offenbach und in Frankfurt, damit die gute Nachricht von Jesus Christus in Wort und Tat für die Menschen in unseren beiden Städten deutlich wird“, hat der seit 1. Januar 2019 für die evangelische Kirche in beiden Kommunen zuständige Stadtdekan Achim Knecht bei der ersten Tagung am 26. Januar 2019 der gemeinsamen Stadtsynode von Frankfurt und Offenbach versprochen.

(c) Dekanat / R. OeserPropst Albrecht predigt beim Festgottesdienst zur StadtsynodePropst Albrecht predigt beim Festgottesdienst zur Stadtsynode

Eine neue Satzung des Rats der Evangelischen Jugend in Frankfurt am Main, einschließlich Gendersternchen, Angebote wie öffentlich zugängliches Trinkwasser auf Gemeindearealen, eine neue Flüchtlingsunterkunft, zählen zu den Themen, mit denen sich die Kirchenparlamentarierinnen und –parlamentarier im Rahmen ihrer Sitzung im Großen Saal des Frankfurter Dominikanerklosters befasst haben.

176 Delegierte zählt die Synode, 147 stammen aus Frankfurt, 29 wurden ursprünglich als Repräsentanten für die Offenbacher Synode gewählt. In den Vorstand von Regionalverband und Dekanat kamen zum neuen Jahr drei neue Mitglieder: der Jurist Martin Gegenwart, 60, als IHK-Geschäftsführer in Offenbach zuständig für den Bereich Recht und Steuern, Amina Bruch-Cincar, 53, ehemalige stellvertretende Dekanin in Offenbach, seit 15 Jahren Pfarrerin der Gustav-Adolf-Gemeinde in Offenbach-Bürgel sowie Martin Camphausen, 45, seit 1998 Kirchenvorsteher der Offenbacher Markus-Gemeinde, Oberstudienrat und gegenwärtig Pädagogischer Mitarbeiter im Fachbereich Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt. Zu wählen hatten die Anwesenden bei der Auftaktsynode eine Vielzahl von neuen Ausschussmitgliedern, da in diesen Gremien beide Städte angemessen vertreten sein sollen.

Propst Oliver Albrecht ermutigt zu „Gottgelassenheit“

Eröffnet wurde der Tag mit einem Festgottesdienst. Oliver Albrecht, Propst für Rhein-Main, griff in seiner Predigt den Satz, „wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“, aus dem Neuen Testament auf. Es gehe nicht darum, die Kirche oder auch ihre Immobilien zu retten. „Es geht um Haltung, nicht um Strategien zuerst“, formulierte der für die Region zuständige Theologe. In „Gottgelassenheit“ könne vielleicht nicht alles, aber viel gewagt werden. Großzügig in Denken und Handeln sollten die Menschen sein. Dem neu aufgestellten Stadtdekanat wünschte der Propst: „Dass unsere Botschaft in diesen Städten nicht so absehbar, so erwartbar und langweilig wird.“ Als eine Frage „unserer theologischen Existenz, unserer Identität im Glauben“, definierte Albrecht, für die Geflohenen und Vertriebenen in den Städten da zu sein. Michael Frase, Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt und Offenbach, stellte den Anwesenden im Rahmen der Tagung eine Vorlage zur Großunterkunft für Flüchtlinge „Sportfeld Edwards“ vor. Die Großunterkunft in Frankfurt-Berkersheim umfasst 23 Wohneinheiten mit 170 Plätzen für Familien sowie für alleinstehende Frauen und Männer.

Die Stadt Frankfurt finanziert die Einrichtung, die Kirche engagiert sich dort nicht nur durch die Trägerschaft, sondern unter anderem auch durch von ihr gestellte Beratungsangebote. Erfreut äußerte sich Frase darüber, dass zügig Mitarbeitende für die Unterkunft gefunden werden konnten. Neben den Hauptamtlichen habe sich eine ganze Reihe Ehrenamtlicher – beispielsweise aus den benachbarten Kirchengemeinden – bereitwillig gezeigt, mit anzupacken und den Kontakt zu den Geflüchteten zu suchen. Einstimmig sprachen sich die Anwesenden dafür aus, dass die Diakonie die Trägerschaft der Unterkunft, die im Februar in Betrieb gehen soll, übernimmt.

Gemeinsamer Haushalt verabschiedet

Stadtdekan Knecht wies in seiner Rede vor der Synode darauf hin, dass auch das bislang unabhängige Diakonische Werk in Offenbach nun zum Evangelischen Regionalverband Frankfurt und Offenbach gehört, so dass die diakonische Arbeit beider Städte verknüpft ist. Der andere Fachbereich des Evangelischen Regionalverbandes neben der Diakonie, Beratung, Bildung, Jugend, ist jetzt gleichfalls für Offenbach und Frankfurt verantwortlich, etwa in punkto Familienbildung.

203 Millionen umfasst der Haushalt des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt und Offenbach, der von den Delegierten verabschiedet wurde. Rund 15,6 Millionen davon rühren aus Offenbacher Aufgaben. Hinzu kommt der Haushalt des Stadtdekanats, der bei rund 3,6 Millionen Euro liegt. Die Leitung der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach hat im Dominikanerkloster unweit der Konstablerwache in Frankfurt ihren Sitz. Einige Umzüge wurden in den ersten Wochen des neuen Jahres schon vollzogen. Knecht zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf, auch wenn es mal gehapert habe beim Wechsel des Büros, sei allseits guter Wille spürbar gewesen, so der Stadtdekan und Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt und Offenbach.

Kennenlernen der Offenbacher Gemeinden

Prodekanin Ursula Schoen, die zukünftig neben Frankfurter Gemeinden in Frankfurts Südosten auch die elf evangelischen Offenbacher Gemeinden betreut, werde in nächster Zeit nach und nach die Kirchenvorstände ihres neuen Zuständigkeitsbereichs besuchen, sagte Achim Knecht. Er selber habe sich vorgenommen, sie gleichfalls aufzusuchen und dort zu predigen. Prodekan Holger Kamlah, verantwortlich für die evangelischen Kirchengemeinden im Frankfurter Nordwesten, hat im Zuge der Neuordnung einige Gemeinden von Schoen übernommen. Er wird auch an ihrer Stelle dem geschäftsführenden Vorstand angehören. Schoen hatte schon länger geplant, dieses Amt abzugeben, da sie sich verstärkt ihren Offenbacher Aufgaben widmen will.
Die beiden reformierten Frankfurter Gemeinden nicht eingerechnet, gehören 67 Gemeinden nun in beiden Städten zusammen – 56 in Frankfurt ansässige, elf Offenbacher. Eine Erhebung im vergangenen Sommer ergab für Frankfurt 117.993 Evangelische, in Offenbach 18.665 Evangelische. Bezieht man die 2.000 Mitglieder der reformierten Gemeinden ein, kann von gut 138.500 Protestanten in Frankfurt und Offenbach gesprochen werden.

Spenermedaille geht an Georgia von Holtzapfel

Georgia von Holtzapfel, federführend für die Winteraktion für Obdachlose und Arme in der Sankt Katharinenkirche an der Hauptwache, sollte ursprünglich bei der letzten Frankfurter Synode im Dezember 2018 für ihr Engagement mit der Philipp-Jakob-Spener-Medaille für ehrenamtliches Engagement in der Evangelischen Kirche in Frankfurt ausgezeichnet werden. Aus beruflichen Gründen war die 53 Jahre alte Dolmetscherin verhindert, so dass sie erst heute die Ehrung entgegennehmen konnte. Seit 2001, quasi mit ihrem Eintritt in die Evangelische Kirche, ist sie hier aktiv. Sie handle ganz im Sinne der von Spener gepredigten „Praxis der Nächstenliebe“ hieß es in der Laudatio von Wolfram Schmidt, Kirchenvorstandsvorsitzender der Katharinengemeinde. Sie binde zahlreiche Ehrenamtliche zusammen: Social Day Aktive der Deutschen Bank, Studierende, Eintracht Frankfurt Ultras, Gemeindemitglieder. Mit dem Ansatz des Respekts und der Wertschätzung, der sich darin zeige, dass die Gäste am Platz ihr Essen serviert bekommen und gleichzeitig von ihnen auch Respekt gegenüber den Ehrenamtlichen erwartet werde, handele sie im besten Sinne christlich, so der Laudator.

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