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Forderung an Politik

Netzwerk: Politik soll für solide Altenhilfestrukturen sorgen

AlexRaths/istockphoto.comSeniorin wird gepflegtSeniorin wird gepflegt

Vor der Bundeswahl meldet sich das Netzwerk „Leben im Alter in der EKHN“ zu Wort. Es macht darauf aufmerksam, dass die Zahl sehr alter Menschen sehr stark ansteige. Doch die Kommunen hätten nur geringe Spielräume, um bedarfsbezogen zu planen und zu steuern.

„Die Bedeutung der Altenhilfe in den Kommunen wird von der Sozialpolitik in Bund und Ländern trotz der  weiterhin  erheblich ansteigenden Zahl  alter Menschen in der Bevölkerung nach wie vor  vernachlässigt“, so die Analyse des Netzwerks Leben im Alter in der Evangelischen  Kirche in Hessen und Nassau.  

Kommunen haben weniger Möglichkeiten, Unterstützung für Ältere zu planen

Kommunen hätten heute weniger Gestaltungsmöglichkeiten, was die Lebensverhältnisse alter Menschen angeht.  Und das, obwohl die Zahl sehr alter Menschen sehr stark ansteige.  Die  Einführung der Pflegeversicherung habe diese Negativentwicklung der kommunalen Altenhilfebefördert. Sie sehe vor, dass die Pflegekassen für Pflegestrukturen zuständig sind, ohne dass diese über die lokalen Kenntnisse verfügen. Folglich hätten  die Kommunen heute  keine bzw. nur geringe Spielräume zur notwendigen bedarfsbezogenen Planung und Steuerung von professionellen und nachbarschaftlichen Sorge- und Unterstützungsstrukturen für alte und pflegebedürftige Menschen. Die Kommunen stünden zudem weitgehend handlungsunfähig neben einem politisch gewollten unübersichtlichen Pflegemarkt.

Materielle, soziale, medizinisch-pflegerische Ressourcen in den Altersgenerationen ungleich verteilt

Auch der 7. Altenbericht der Bundesregierung vom Oktober 2016 stellt Ungleichheiten bei der Verteilung  materieller, sozialer, medizinisch-pflegerischer Ressourcen in den Altengenerationen fest.  Die Ungleichheit verstärkt sich dann deutlich, wenn benachteiligte alte Menschen  in strukturschwachen und finanziell schlecht ausgestatteten Kommunen  leben müssen.

Tragfähige Altenhilfestrukturen gefordert

Das „Netzwerk Leben im Alter in der EKHN“ erwartet, dass sich die Bundes- und Landespolitik intensiv  damit befasst, wie tragfähige vernetzte Altenhilfestrukturen in den Kommunen befördert werden können. Zudem solle die Politik rechtlich und finanziell notwendige Handlungsspielräume schaffen, um die Altenhilfestrukturen zu finanzieren.  Das Netzwerk fordert die Kandidaten der Parteien auf, zu erklären, wie sie mit den Folgen der Vernachlässigung der Altenhilfe durch die Sozialpolitik konkret umgehen wollen und wie sie zu den Empfehlungen des 7. Altenberichts stehen. 

Der Altersarmut entgegenwirken

Exemplarisch benennt das Netzwerk drei der 45 Empfehlungen des Altenberichts:

  • Empfehlung 12: Der wachsenden Altersarmut und ihren Auswirkungen ist auf allen Ebenen – des Bundes,  der Länder und der Kommunen – entgegenzuwirken.
  • Empfehlung 40:  Die finanziellen Handlungsspielräume der Kommunen sollen mithilfe eines Daseinsvorsorgeprogramms von Bund und Ländern erweitert werden. Damit gilt es, die besondere Verantwortung der Kommunen für die Gewährleistung der Daseinsvorsorge und für ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben im Alter zu stärken.
  • Empfehlung 42:  Kommunen sind in ihrer Verantwortung und Fähigkeit zu unterstützen, den spezifischen Bedingungen und Herausforderungen der Sorge und Pflege vor Ort zu begegnen, Einfluss auf die Infrastrukturentwicklung zu nehmen und gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Akteuren wohnortnahe Sorgearrangements zu fördern.

Das Netzwerk Leben im Alter in der EKHN

Das Netzwerk „Leben im Alter in der EKHN“ existiert seit 2009. Es versteht sich als Denk-Fabrik und setzt sich zusammen aus Fachleuten zum Thema Alter aus zahlreichen Arbeitsbereichen der Kirche und Diakonie sowie Freiwillig Engagierten. Kirchen und Diakonie sind wichtige Partner bei der Bewältigung des demografischen Wandels in den Kommunen. Das Netzwerk arbeitet aktuell am gemeinsamen Thema „Selbst- und Mitverantwortung in sorgenden Gemeinden“. 

Netzwerk Leben im Alter in der EKHN

[ZGV/Netzwerk "Leben im Alter in der EKHN]

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