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Studie zu Missbrauch von Heimkindern

Heimkinder: Kirche setzt Aufarbeitung fort

Hephata DiakoniezentrumBei der Suche nach Hinweisen auf in den 1950er Jahren an Heimkindern Hephatas durchgeführte Pneumoencephalographien sind mehrere Einverständniserklärungen von Erziehungsberechtigen wie diese hier entdeckt worden.Bei der Suche nach Hinweisen auf in den 1950er Jahren an Heimkindern Hephatas durchgeführte Pneumoencephalographien sind mehrere Einverständniserklärungen von Erziehungsberechtigen wie diese hier entdeckt worden.

Die tragischen Schicksale vieler Heimkinder werden weiter aufgearbeitet, die in der Nachkriegszeit in evangelischen Einrichtungen aufwuchsen. Dazu entsteht neben pädagogischem Material und einer Ausstellung derzeit auch ein Dokumentarfilm.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau setzt die vor vier Jahren begonnene Aufarbeitung der Geschichte der Heimkinder von 1945 bis 1975 intensiv fort. Auf der bevorstehenden hessen-nassauischen Kirchensynode vom 26. bis 28. April soll dazu pädagogisches Material, eine Wanderausstellung sowie ein Dokumentationsfilm der Wiesbadener Autorin Sonja Toepfer vorgestellt werden. Toepfer hat sich dabei vor allem mit medizinischen Versuchen in Heimen beschäftigt. Noch ist ihre Arbeit nicht abgeschlossen. Bei den Recherchen wurde deutlich, dass das Thema Medikamentenmissbrauch und Medikamententests in den Kreisen der Heimkinder intensiv diskutiert wurde und weiter aufgearbeitet werden muss. Vorgesehen ist auch eine Tagung mit Betroffenen am 21. und 22. Juni.

Patientenakten im Fokus

Gleichzeitig wird der Gießener Medizinhistoriker Volker Roelcke auf Anfrage des Hephata-Diakoniezentrums in Treysa Patientenakten des früheren Mediziners Willi Enke sichten und bewerten. Im Fokus steht die sogenannte Pneumoencephalographie aus den 1950er Jahren, eine außerordentlich schmerzhafte und heute nicht mehr angewandte Methode zur Untersuchung des Gehirns. Die Ergebnisse sollen in den kommenden Monaten offengelegt werden.

Hintergrund Aufarbeitung

Im Nachgang zur öffentlichen Bitte um Verzeihung von Evangelischer Kirche und Diakonie an die Heimkinder vom 11. September 2011 bemüht sich die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau um intensive Hilfestellungen für Betroffene. Dazu gehört beispielsweise individuelle Unterstützung oder Hilfe bei der Aufarbeitung der eigenen Biographie. Im Zentrum stehen auch vertiefte historische Recherchen, um als Institution selbst mehr über die Rolle der Heime und die Situation der Heimkinder in den Jahren 1945 bis 1975 zu erfahren. Die Erkenntnisse sollen auch in die aktuelle pädagogische Arbeit der evangelischen Kirche einfließen.

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