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Ausbildung in der EKHN

Bibelerzähler „im Auftrag des Herrn“

istockphoto, kali9Geschichten erzählenEine lebendig erzählte Geschichte bleibt lange im Gedächtnis

Die Bibel gibt es in Buchform, als App und im Internet. Doch Katja Folk und zwölf weitere Teilnehmende haben in diesem Jahr beschlossen, die Erzählkunst zu erlernen, um die biblischen Geschichten auf ihre persönliche Art zu vermitteln. Dafür gibt es gute Gründe.

Was hilft einem Zuhörer, sofort in eine Geschichte einzutauchen? Katja Folk, Teilnehmerin der Ausbildung zur Bibelerzählerin, lernt den Text, vor allem den Anfang, durch lebendige Bilder auszuschmücken. Wie sieht es dort aus, wo die Geschichte spielt? Welche Menschen gibt es dort? Wie ist die Stimmung?

Die Kunst des Erzählens

In zwei Modulen haben Katja Folk und weitere zwölf Teilnehmende in diesem Jahr erfahren, wie Erlebnisse und Erkenntnisse biblischer Geschichten Kindern und Erwachsenen vermittelt werden können. Frei und augenzwinkernd nach dem Zitat "im Auftrag des Herrn" aus dem Film "Die Blues Brothers" ist das Ziel, von Gott zu sprechen. Dabei knüpften sie an eine uralte Kunst an: Ursprünglich entstammt die Bibel einer jahrtausendealten Erzähltradition. Eine Generation hat ihre Erfahrungen mit Gott und der Welt mündlich an die nächste Generation weiter gegeben, bevor die Schriftkultur entstand - und sich die biblischen Bücher entwickelt haben.

Ausbildung zur Bibelerzählerin oder zum Bibelerzähler

Pfarrerin Natalie Ende vom Zentrum Verkündigung hat die Ausbildung organisiert, die Leitung oblag Jochem Westhoff, dem großen Bibelerzähler aus Hamburg. Referent Jochem Westhof hatte angekündigt: "Beim Erzählen erwachen die Personen zum Leben, ich komme in den Ort der Geschichte, ich begleite Jesus durch Galiläa, ich höre, wie Gott mit Mose redet und rieche das Öl der Frau, die Jesus salbt." Dabei ermutigte er: "Erzählen kann man lernen!"

Gut erzählte Geschichte kann lange im Gedächtnis verankert bleiben

Genau dieser Herausforderung hat sich Katja Folk gestellt. In der EKHN engagiert sie sich als Referentin für Kindergottesdienst im Dekanat Bergstraße. Dabei hat sie als Teilnehmerin der Ausbildung erfahren: "Alle Geschichten – seien es die, die Jochem Westhoff erzählt hat oder die der anderen Teilnehmenden -  sind mir noch sehr präsent und werden es wohl lange bleiben." Damit hat sich die Annahme bestätigt, dass sich eine gut erzählte Geschichte im Gedächtnis gut verankert, "teilweise sogar besser als eine Predigt", so Katja Volk. Sie erklärt zudem, dass eine Erzählung keiner weiteren Auslegung bedarf. Während der Ausbildung hatte sie erfahren: "Obwohl wir nicht predigen, interpretiert man beim Erzählen die ganze Zeit!"

Kleine Geheimnisse mit großer Wirkung

Dabei hat sie für diejenigen, die beispielsweise ihren Kindern eine Geschichte erzählen möchten, einen weiteren Tipp parat: "Viel wörtliche Rede in die Erzählung einfließen lassen!" Direkte Rede, aber auch Gefühle und Stimmungen ließen eine Erzählung lebendig werden und bannten die Zuhörer. Das habe sie bei der Arbeit mit Schauspielerin und Regisseurin Maria von Bismarck erfahren, die zudem verdeutlicht habe, wie viel Erzählen mit Theater spielen gemeinsam habe.

Eigenen Erzählstil entwickeln

Der krönende Abschluss des Seminars war ein Erzählabend in einer Kirchengemeinde in Frankfurt Mitte Juni 2017, bei dem alle Teilnehmenden ihre vorher erarbeitete Geschichte erzählt hatten. Katja Volk berichtete stolz: "Wir waren erstaunt, wie viel wir in nur sechs Tagen gelernt haben und wie jede und jeder Einzelne einen ganz eigenen wunderbaren Erzählstil gefunden hat." Damit haben die Teilnehmenden erfolgreich ihre Ausbildung zur Bibelerzählerin / zum Bibelerzähler absolviert. Jetzt versuchten sie, das Erzählen immer wieder in ihre  Arbeit einfließen zu lassen.

Abteilung „Kindergottesdienst“ beim Zentrum Verkündigung

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