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Küsteramt

Stefanie BerneckerAbgedeckte AbendmahlkelcheGehört zum Dienst der Küsterin: Die Vorbereitung der liturgischen Gefäße

Küsterinnen und Küster bereiten Gottesdienste vor bzw. nach und leisten Dienste in der Liturgie. Zu den Aufgaben gehören u. a. das Öffnen und Schließen der Kirche, das Anzünden der Kerzen, Stecken der Liedtafeln, das Läuten der Glocken sowie die Vorbereitung der liturgischen Gefäße und Geräte sowie der liturgischen Bücher und die Sorge für den Kirchenschmuck.

Küsterinnen und Küster übernehmen zudem oft auch Hausmeisterdienste für Kirche, Gemeindezentrum, Pfarrhof und andere Einrichtungen, die zur Kirchengemeinde gehören.

Der Küsterbund ist eine Berufsorganisation der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und wurde im Jahre 1967 gegründet. Ihm gehören Küsterinnen und Küster und kirchliche Hausmeisterinnen und Hausmeister aus der ganzen EKHN an. Darüber hinaus kann jeder und jede Interessierte förderndes Mitglied werden. Die Mitgliedschaft steht auch Kirchengemeinden, Dekanaten und anderen kirchlichen Organisationen offen.

50 Jahre Küsterbund der EKHN

Peter BerneckerGeschmückter AltarBei der EKHN-Ideenmesse 2015 zeigte der Küsterbund Altardekorationen zum Erntedankfest.

Der Küsterbund der EKHN wurde 1967 auf der Ebernburg gegründet und feiert in diesem Jahr sein 50jähriges Bestehen. Am 18. April findet in der Wiesbadener Lutherkirche ein Festgottesdienst statt.

Foto GentheKüster Josef Vöege in SulzbachKüster Josef Vöege in Sulzbach

In der EKHN gibt es 1313 Küsterinnen und Küster. Beim Beruf des Küsters und der Küsterin handelt es sich um eines der ältesten und vielfältigsten kirchlichen Berufsbilder. Ihr Dienst geht über das bloße „Wachen” über dem Gebäude im Sinne eines "custos" (= Wächter) weit hinaus. Neben den hausmeisterlichen Tätigkeiten und der Reinigung der Kirche beteiligen sich die Küsterinnen und Küster auch an der Verkündigung. Sie sind zuständig für den Blumenschmuck, das Aufhängen der Paramente, die Kerzen auf dem Altar und im Kirchenraum. Auch beim Abendmahl helfen sie, indem sie Wein und Brot vorbereiten, das Abendmahlgeschirr richten und bei der Austeilung mitwirken. Und auch das Läuten der Glocken fällt in den Zuständigkeitsbereich der Küster.

Neben den Pfarrerinnen und Pfarrern gehören die Küster zu den Personen, die die Gemeindeglieder regelmäßig bei den Gottesdiensten antreffen. Auch bei den Amtshandlungen wie Taufen, Hochzeiten und auch Beerdigungen sind sie vor Ort und tragen wesentlich zum guten Gelingen bei.

Ein Beruf - viele Namen

Von den 1313 im EKHN-Gebiet beschäftigten Küsterinnen und Küstern haben 236 eine Vollzeit-Stelle inne. (davon 131 Frauen). Die meisten (1076 Personen) arbeiten in Teilzeit (736 davon sind Küsterinnen). Die Anerkennung als Beruf war ein wesentlicher Impuls, der der Gründung des Küsterbundes vor 50 Jahren vorausging. Allein schon die unterschiedliche Berufsbezeichnung, wie sie auch heute noch verwendet wird, zeigt, wie diffus das Berufsbild ist. Während sich in vielen Landeskirchen die Bezeichnung „Küster” etabliert hat, nennt man sie beispielsweise in Braunschweig „Kirchenvögte”, in Bayern „Kirchner”, in Baden „Kirchendiener” und in Württemberg nennt man sie „Mesner”.

Der Küsterbund der EKHN gehörte 1994 zu den Gründungsmitgliedern des Bundes Europäischer Küster und 2007 des Deutschen Evangelischen Küsterbundes. Dass das Berufsbild mittlerweile eine gewisse Anerkennung hat, sei das Resultat des seit 50 Jahren in der EKHN existierenden Berufsverbandes, so der 1. Vorsitzende, Josef Voege. Für die Zukunft wünscht sich Voege, dass die Personalkosten für die Küster von der Landeskirche getragen werden. Damit würden die Gemeinden vor Ort entlastet. Des weiteren hofft Voege, dass Dekanatsküster eingestellt werden. Diese könnten sich gezielt um die Aus- und Fortbildung der Kolleginnen und Kollegen vor Ort kümmern und auf deren Probleme und Bedürfnisse eingehen.

Weitere Informationen www.kuesterbund.de

Im Jubiläumsjahr wird der Küstertag am 18. April 2017 in der Wiesbadener Lutherkirche stattfinden und mit einem Festgottesdienst begangen. Die Festpredigt wird gehalten von EKHN-Präses Dr. Ulrich Oelschläger.

 

 

 

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